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Ehemalige Real-Stars
Zidane-Beförderung mit Vorsicht zu genießen

Spanien: Zinedine Zidane wird Trainer bei Real Madrid
Spanien: Zinedine Zidane wird Trainer bei Real Madrid FOTO: afp, GJ/seb
Madrid. Frühere deutsche Stars des spanischen Rekordmeisters Real Madrid sehen die Ernennung des dreimaligen Weltfußballers Zinedine Zidane (43) zum Trainer der Königlichen mit gemischten Gefühlen. "Wenn ich es jemandem zutraue, diesen Klub und diese Kabine voller Superstars zu führen, dann ist es Zidane", sagte Vize-Weltmeister Christoph Metzelder dem Sport-Informations-Dienst (SID): "Der Ruf wurde immer lauter, jetzt war der Punkt da. Ich habe keine Zweifel, dass er es schaffen kann."

Der 35-jährige Metzelder, der von 2007 bis 2010 für die Madrilenen verteidigte, sieht neben Zidanes Aura auch dessen Intimkenntnisse des Vereins als Faustpfand: "Er kennt den Mikrokosmos Real seit vielen Jahren. Ich sehe einige Parallelen zu Pep Guardiola beim FC Barcelona."

Netz-Reaktionen zur Zidane-Beförderung

Auch ist Metzelder überzeugt, dass Zidane, der 2000 als Spieler zu den Königlichen wechselte und seit seinem aktiven Karriereende 2006 in verschiedenen Positionen eingebunden war, einigen Kredit genießen wird: "Er kommt im Winter, auf die Transfers hatte er keinen Einfluss. Er wird sicher eine Schonzeit von sechs Monaten haben."

Etwas verhaltener ist Ulli Stielike (61). "Er war sicher der Wunschtrainer von Präsident Florentino Perez, aber vermutlich noch nicht in dieser Situation", sagte Europameister von 1980.

Porträt: Zinedine Zidane: Weltfußballer, Weltmeister, Hitzkopf FOTO: afp, gj/raf

Er zog Parallelen zum Beginn seiner eigenen Trainerlaufbahn: "Ich bin als Nationaltrainer der Schweiz auch auf einem recht hohen Niveau eingestiegen. Das ist eine Herausforderung."

Für den früheren Libero, der von 1977 bis 1985 für die Blancos spielte, wird der Erfolg des 43-jährigen Franzosen davon abhängen, "wie er mit der Mannschaft spricht und ob es auf der menschlichen Ebene mit den Stars passt". Dort vermutete er unter Zidanes am Montag geschassten Vorgänger Rafael Benitez einige Spannungen.

Weltmeister Paul Breitner wollte sich mit dem SID über Zidane "kein Urteil" erlauben: "Ich weiß nicht, was ihn als Trainer ausmacht." Allerdings warnte der 64-Jährige: "Die Erwartungshaltung ist bei Real Madrid noch höher als bei allen allen anderen Vereinen auf der Welt. Das kommt aus der Historie. Wenn man in den 1950er Jahren den Grundstock legt dafür, dass man die Nummer eins der Welt ist, ist das nur logisch." Alle Anhänger erwarteten immer, dass man dies zeige. Gelinge dies nicht, "gibt es schnell Unruhe", führte Breitner aus, der zwischen 1974 und 1977 das Real-Trikot trug.

Das Wichtigste in Madrid sei allerdings "immer der Blick auf Barcelona. Immer. Wenn Barcelona in der Tabelle vorne steht wie seit Wochen, ist die Unruhe groß." Derzeit liegen die zweitplatzierten Katalanen in der Primera Division zwei Punkte vor Real, allerdings hat Barcelona noch ein Spiel in der Hinterhand. Im Clasico im November wurde Real im eigenen Stadion von Barca mit 0:4 gedemütigt.

(sid)
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