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Nächstes Edelmetall bei Olympia
Kombinierer Frenzel stürmt nach schwieriger Saison zu Gold

Frenzel macht nach Siegerehrung Selfies mit Fans
Frenzel macht nach Siegerehrung Selfies mit Fans FOTO: afp
Pyeongchang. Eric Frenzel ist ein Phänomen. Den gesamten Winter läuft es beim Sotschi-Olympiasieger nicht rund, ehe er bei den Winterspielen in Südkorea wieder auftrumpft. Wie vor vier Jahren holt er Gold vor dem Japaner Watabe.

Eric Frenzel riss die Arme in die Höhe, setzte im Überschwang noch einen Telemark auf die Ziellinie und schrie seine ganze Freude heraus. Der 29-Jährige hat nach einer verkorksten Saison bei den Winterspielen große Comeback-Qualitäten bewiesen und ist beim Wind-Chaos von Pyeongchang wie vor vier Jahren zur olympischen Goldmedaille in der Nordischen Kombination gestürmt.

"Unbeschreiblich, großartig. Ich hätte es nicht erwartet, ich habe die letzten Monate alles dafür getan", sagte Frenzel bei Eurosport: "Mein größtes Dankeschön geht an die Familie. Ihnen gehört ein ganz großer Teil der Medaille."

Frenzel siegte am Mittwoch nach dem Springen von der Normalschanze und dem 10-Kilometer-Langlauf vor dem Japaner Akito Watabe und dem Österreicher Lukas Klapfer. Damit holte sich Deutschlands Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier seine insgesamt vierte Olympia-Medaille.

"Hut ab, dass er den Sieg von Sotschi nach dieser Saison wiederholt. Er ist ein ganz Großer. Wie er da attackiert hat, das ist sensationell", lobte Vierfach-Weltmeister Johannes Rydzek, der selbst Fünfter wurde. Frenzel feierte wie vor fünf Jahren mit einem beherzten Sprung auf das Podest seinen Sieg.

Frenzel findet Form rechtzeitig vor Olympia

Die Entscheidung fiel auf dem letzten Kilometer, als Frenzel im Alpensia Nordic Park aus einer vierköpfigen Spitzengruppe attackierte und unwiderstehlich zu Gold fuhr. Nach einer Saison mit vielen Misserfolgen und Zweifeln hatte an eine Medaille des 29-Jährigen aus Oberwiesenthal kaum einer geglaubt. Nur einen Einzel-Weltcup hatte Frenzel in dieser Saison gewonnen. Viel zu wenig für den Erfolgsgaranten, der jeweils fünfmal Weltmeister und Gesamtweltcupsieger wurde.

Doch in Pyeongchang war er wieder ganz der Alte. Schon beim Springen brachte er sich mit Platz fünf in eine hervorragende Ausgangsposition. Ausgerechnet das Springen, seinem großen Problembereich in dieser Saison. Fieberhaft hatte er in den letzten Wochen nach den Ursachen gesucht - und gefunden. Er fand sie in verklebten Muskelgruppen, die ihn in der Anfahrtshocke behinderten, und im Materialbereich. In Pyeongchang reichte es zu einem guten Satz auf 106,5 Meter, womit er nur 36 Sekunden Rückstand auf den besten Springer Franz-Josef Rehrl aus Österreich besaß.

Andere Medaillenanwärter hatten weniger Glück mit dem Wind. Vierfach-Weltmeister Johannes Rydzek etwa, der nach Platz elf im Springen vor einer kaum zu bewältigenden Aufgabe stand. Oder Teamkollege Fabian Rießle und der Norweger Jan Schmid, die bei wechselnden Winden überhaupt keine Chance hatten, in die Spitze zu springen. "Gefährlich war es nicht, aber es war halt Lotterie. Letztendlich hat der Wind entschieden, wer die Möglichkeit hat, eine Medaille zu gewinnen oder nicht", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Immerhin kam Frenzel durch und bescherte Weinbuch die 45. Medaille bei WM und Olympia.

Rydzek "mega-stolz" auf Platz fünf

Im 10-Kilometer-Langlauf hatten Frenzel, Watabe und Klapfer schnell eine Gruppe gebildet. Der Österreicher Rehrl und der Norweger Jarl Magnus Riiber, die Sprünge auf 112 und 111 hingelegt hatten, waren nach 3,6 Kilometern schon eingeholt.

Der Oberstdorfer Rydzek, der trotz einer Hypothek von 1:26 Minuten noch alles versucht hatte, lief noch auf einen guten fünften Platz. "Ich bin mega-stolz. Ich habe alles probiert und kann mit einem coolen fünften Platz heimgehen", sagte Rydzek. Rießle (Breitnau) wurde Siebter, Vinzenz Geiger (Oberstdorf) landete auf Rang neun.

Damit nehmen die Winterspiele in Südkorea für Frenzel weiter einen traumhaften Verlauf. Dem im oberpfälzischen Flossenbürg wohnende 29-Jährige war bereits die Ehre zuteil geworden, bei der Eröffnungsfeier am vergangenen Freitag die deutsche Fahne zu tragen. Das habe zusätzliche Motivation gegeben, meinte Frenzel.

(areh/sid)
 
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