| 18.25 Uhr

Bahnrad
Vogel und Levy vergolden Heim-EM

Vogel sprintet zu Gold und verliert Sattel
Vogel sprintet zu Gold und verliert Sattel FOTO: dpa, mr
Olympiasiegerin Kristina Vogel hat bei den Bahnrad-Europameisterschaften die erhofften Medaillen gewonnen. Auf den Einzelstrecken war sie eine Klasse für sich. Lokalmatador Maximilian Levy siegte im Keirin und reagierte emotional.

Kristina Vogel bog mit ausgebreiteter Deutschland-Fahne freihändig auf die letzte Ehrenrunde ein, da erblickte die Olympiasiegerin Maximilian Levy und fiel dem Sieg-Sprinter unter tosendem Applaus jubelnd um den Hals. Das goldene Ende der erfolgreichen Europameisterschaften im Berliner Velodrom sorgte bei den deutschen Bahnrad-Assen für große Emotionen.

Mit den abschließenden Triumphen in den wichtigen olympischen Disziplinen Sprint (Vogel) und Keirin (Levy) hatten die Kurzzeit-Spezialisten des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) für das perfekte Ende der viertägigen Titelkämpfe in der Hauptstadt gesorgt.

"Man könnte sich daran gewöhnen. Ich freue mich über den Doppelsieg mit Max. Heute war ein schöner Tag für uns", sagte Vogel, die sich zur erfolgreichsten deutschen Athletin kürte.

Drei Starts, drei Medaillen, zweimal Gold: Dass die 26-Jährige auch ein Jahr nach den erfolgreichen Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zur absoluten Weltspitze auf dem Holz-Oval zählt, stellte sie eindrucksvoll unter Beweis. An der Seite von Miriam Welte (Kaiserslautern) und Pauline Grabosch (Erfurt) war Vogel im Teamsprint zu Silber gerast, im Keirin und im Sprint dominierte sie im weiteren EM-Verlauf nach Belieben.

In den Einzeldisziplinen brillierte die Erfurterin regelrecht. Vogel fuhr technisch stark, taktisch klug und war mit schier unerschöpflichen Kraftreserven ausgestattet - bereits zu Saisonbeginn präsentierte sie sich in Topform. "Es passt", sagte Vogel, die die große Erwartungshaltung als "Chance und nicht als Last" gesehen hatte. Begeistert zeigte sich BDR-Sportdirektor Patrick Moster. "Kristina ist unser bester Mann", sagte er augenzwinkernd.

Für große Emotionen sorgte der in der Vergangenheit immer wieder von Verletzungen zurückgeworfene Levy, der den für Russland startenden gebürtigen Australier Shane Perkins und Andrij Winokurow aus der Ukraine auf die Plätze verwies. Nach der Zieleinfahrt rührte ihn zunächst das Küsschen seiner kleinen Tochter Tessa, auch bei der Siegerehrung kämpfte Levy mit den Tränen.

"Ich bin sprachlos. Es ist unbeschreiblich. Ich brauch einen Moment, bis ich das realisiere", sagte der 30-Jährige. Für Levy, bereits mit Silber im Teamsprint dekoriert, war es der zweite EM-Titel im Keirin nach 2013. Der zweite deutsche Starter Joachim Eilers (Chemnitz) wurde Achter.

Vogel hatte sich im Sprint-Finale gegen die Französin Mathilde Gros in zwei Läufen souverän durchgesetzt. Die Weltmeisterin war ohne Niederlage in das Finale um Gold eingezogen und spielte gegen die acht Jahre jüngere Rivalin ihre Erfahrung aus - ihre Siege erzielte Vogel mit großem Vorsprung.

Gros hatte im Halbfinale Grabosch ausgeschaltet, die am Ende einer starken EM dem Kräfteverschleiß Tribut zahlen musste. Grabosch verlor auch das Rennen um Bronze gegen die russische Top-Sprinterin Daria Schmelewa.

Der BDR zog ein durchweg positives Fazit. Insgesamt gewann der Verband zwölf Medaillen, davon fünf in den olympischen Disziplinen. Auch im Medaillenspiegel lag der BDR vorne. "Wir wollten wissen, wo wir stehen. Diese Standortbestimmung ist besser ausgefallen, als wir uns das erwartet haben. Bei den olympischen Disziplinen sind wir genau in dem Korridor, den wir vereinbart haben", sagte Moster. Im Vorfeld hatte er "vier bis sieben" Medaillen als Ziel ausgerufen.

(sid)
 
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