| 14.45 Uhr

Höchststrafe für Tennis-Profi
Petkovic kassiert 0:6, 0:6 gegen Suarez Navarro

Petkovic weint nach Niederlage gegen Russland
Petkovic weint nach Niederlage gegen Russland FOTO: dpa, ms mr
Nachrückerin Andrea Petkovic hat erstmals in ihrer Karriere die Höchststrafe kassiert: Die Fed-Cup-Spielerin verlor beim Abschlussevent der zweiten Garde der WTA in Zhuhai/China ihr zweites Gruppenspiel sang- und klanglos mit 0:6, 0:6 gegen die Spanierin Carla Suarez Navarro. Einen so genannten "double bagel" hatte die durch eine Verletzung gehandicapte Petkovic in ihrer Profikarriere zuvor noch nie erlebt.

"Das ist natürlich ein erschreckendes Ergebnis. Aber sie ist nur kurzfristig in das Turnier gerutscht und war dementsprechend nicht gut vorbereitet", sagte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner dem SID: "Sie war selbst überrascht und eigentlich schon in der Off-Season." Bereits das erste Spiel hatte Petkovic gegen die Ukrainerin Jelena Switolina 6:7 (4:7), 3:6 abgegeben. Switolina und Suarez Navarro spielen am Donnerstag um den Gruppensieg und damit um den Halbfinaleinzug.

Gegen die an zwei gesetzte Suarez Navarro holte Petkovic nur 21 von 76 ausgespielten Punkten und gab sechsmal ihren Aufschlag ab. Nach dem Matchball humpelte sie mit bandagiertem Knie zum Netz und umarmte ihre ein Jahr jüngere Konkurrentin mit Tränen in den Augen. Auch der Applaus des Publikums in Zhuhai konnte Petkovic kaum trösten - nach dem Ende saß sie mit leerem Blick auf der Bank.

"Ich rechne es ihr hoch an, dass sie auf dem Court geblieben ist. Sie hat das nicht für sich getan, sondern für die Fans und für mich", sagte Suarez Navarro: "Nicht viele Spielerinnen im Tennis-Zirkus würden das in einer solchen Situation machen. Das ist ein trauriger Sieg für mich."

Insgesamt war das Tennis-Jahr 2015 für Petkovic eher durchwachsen, einzig beim Turnier in Antwerpen holte sie den Titel - durch eine verletzungsbedingte Absage ihrer Finalgegnerin Suaraz Navarro. "Seit Mitte des Jahres ist der Wurm drin, Andrea hatte einige Verletzungen. Das Körperliche hat sich dann auch auf mentaler Ebene ausgewirkt. Und sie hat nicht mehr richtig zu ihrer Form gefunden", sagte Rittner.

Die Weltranglisten-24. hat nach dem Aus in der dritten Runde der US Open im August von den folgenden acht Matches nur zwei gewonnen - bei den Turnieren in Luxemburg, Linz, Wuhan und Guangzhou schied sie jeweils bereits in der ersten Runde aus. Bei den French Open und in Wimbledon reichte es für sie wie in New York nur zur dritten Runde, bei den Australian Open zu Beginn des Jahres war sie bereits an der Auftakthürde gescheitert.

Als das deutsche Team im Fed-Cup-Halbfinale an Russland scheiterte, holte Petkovic zwar einen Punkt, verlor aber an der Seite von Sabine Lisicki das entscheidende Doppel. "Petko muss jetzt abschalten, sich erholen und dann auf das Olympiajahr 2016 und die neue Saison hinarbeiten", sagte Rittner.

(sid)
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