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Western Conference lockt die NBA-Stars
Für Nowitzki und Dallas wird es immer schwerer

Die MVPs der NBA-Finals seit 1991
Die MVPs der NBA-Finals seit 1991 FOTO: AP
München. In der Basketball-Profiliga NBA jagt ein Millionen-Vertrag den anderen. Superstar Kevin Durant dagegen macht einen auf Dirk Nowitzki. Erst mal.

Stephen Curry von den Golden State Warriors könnte in den kommenden fünf Jahren um gewaltige 201 Millionen Dollar reicher werden. Blake Griffin von den Los Angeles Clippers um 175 Millionen Dollar. Die Toronto Raptors würden Kyle Lowry für die nächsten drei Jahre 100 Millionen Dollar bezahlen, wenn er denn bei ihnen bleibt. Und die Denver Nuggets haben Paul Millsap 90 Millionen für drei Jahre zugesagt, wenn er zu ihnen kommt.

Willkommen in der National Basketball Association (NBA), der besten Basketball-Liga der Welt, in der es gerade zugeht wie auf einem Basar. Es ist "signing period" für die "free agents", also für Spieler, deren Verträge ausgelaufen sind. Und weil die "salary cap", also die Gehaltsobergrenze, pro Klub für die kommende Saison auf 99,093 Millionen Dollar angehoben worden ist, wird geschachert und gedealt, was das Zeug hält. Ab Donnerstag gelten die Verträge.

Durant verzichtet auf Gehalt

Die angeblich rund 25,5 Millionen Dollar, die Kevin Durant in den kommenden zwei Jahren von NBA-Champion Golden State Warriors kassieren könnte, nehmen sich da eher bescheiden aus. Durant, der beste Spieler der Finalserie gegen LeBron James und die Cleveland Cavaliers (4:1), macht einen auf Dirk Nowitzki: Damit die Warriors ihren Kader beisammen halten können, verzichtet er auf Gehalt. Der deutsche Superstar, der zuletzt 25 Millionen im Jahr kassierte und dessen Vertragsverlängerung in Dallas nur Formsache ist, hat dies schon mehrfach vorgemacht.

Auffällig: Vor allem die Klubs der Western Conference werfen mit Geld um sich, um mit den übermächtigen Warriors Schritt halten zu können. "Die Western Conference wird immer stärker", stellte auch Nowitzki am Montagabend am Rande seines Charity-Fußball-Spiels in Mainz fest. Seine Schlussfolgerung: "Es wird immer schwerer, es da nur in die Play-offs zu schaffen." Das gilt nicht zuletzt für seine Dallas Mavericks.

Auch Paul George ist in die Western Conference gewechselt, die Indiana Pacers ließen ihn im Tausch für zwei Spieler zu Oklahoma City Thunder ziehen - dort spielt er künftig mit Russell Westbrook, MVP der abgelaufenen Saison. George wird nach der kommenden Saison zum "free agent", er kann dann einen neuen Super-Vertrag aushandeln - ebenso wie "King" James oder Chris Paul, der von den Clippers zu den Houston Rockets wechselte.

Durant hat einstweilen einen sogenannten "one-plus-one"-Vertrag unterschrieben. Unter den komplizierten Tarifbestimmungen, die zwischen der NBA und der Spielergewerkschaft gelten, heißt das: Der 28-Jährige kann aus dem Vertrag bereits nach dieser Saison aussteigen und dann als "free agent" einen "super-max"-Vertrag beanspruchen. In der kommenden Saison verzichtet Durant dafür zunächst auf etwa sechs bis zehn Millionen Dollar.

Curry kassiert am meisten

Durant gehört in der kommenden Saison daher nicht zu den Top 10 der Großverdiener. An der Spitze steht Klubkollege Curry, der im ersten der fünf Vertragsjahre 34,68 Millionen Dollar kassiert, ihm folgen James (33,28), Lowry (30,86), Griffin (29,7) und Millsap (28,57). Durants Verzicht macht es möglich, dass die Warriors umworbene Spieler wie Andre Iguodala (3 Jahre, 48 Millionen) oder Shaun Livingston (3 Jahre, 24 Millionen) halten konnten.

Durants Verzicht bedeutet auch, dass die Eigentümer der Warriors womöglich keine Strafsteuer bezahlen müssen. Weil es zahlreiche Ausnahmeregelungen im Tarifvertrag gibt, liegt die Gehaltsgrenze tatsächlich bei 119,266 Millionen Dollar - erst dann wird die "luxury tax" fällig. Durant kann es sich allerdings auch leisten: Aus Werbeverträgen kassierte er bislang 36 Millionen Dollar - pro Jahr. Aber jetzt ist er Champion. Und Final-MVP.

(sid)
 
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