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Börse
Sorgen um die Wirtschaft schicken Dax auf Talfahrt

Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z
Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z FOTO: dpa, Fredrik Von Erichsen
Frankfurt/Main. Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag wieder auf Talfahrt gegangen. Enttäuschende Wirtschaftsdaten, sinkende Ölpreise und neu entflammte Sorgen um China belasteten.

Mit einer schwächeren Eröffnung der US-Börsen am Nachmittag beschleunigte sich die Talfahrt im Dax. Schließlich betrug der Abschlag 1,64 Prozent auf 9417 Punkte. Der deutsche Leitindex hatte sich seit der vergangenen Woche wieder kräftig von seinem verpatzten Jahresstart erholt. Der MDax mittelgroßer Werte beendete den Tag mit minus 1,40 Prozent auf 19.056 Zählern. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,39 Prozent auf 1619,52 Punkte.

Neben der erneuten Ölpreisschwäche und einer überraschend starken Abwertung des chinesischen Yuan seien "ernüchternde Konjunkturdaten aus Deutschland und den USA" in den Markt gekommen, begründete Marktstratege Andreas Paciorek von CMC Markets die Verluste.

Der Ifo-Index für Februar, der die Erwartungen der Unternehmen in Deutschland widerspiegelt, verschlechterte sich das dritte Mal in Folge. Er fiel überraschend stark auf den tiefsten Stand seit Dezember 2014. In den USA trübte sich zudem das vom privaten Forschungsinstitut Conference Board ermittelte Konsumklima im Februar überraschend stark ein.

Im Dax rückten unter den Einzelwerten am Nachmittag die Aktien der Deutschen Börse in den Fokus. Zusammen mit der Londoner Börse soll ein europäischer Branchen-Champion geschaffen werden. Die bereits konkreten Gespräche über eine Fusion ließen die Papiere des Frankfurter Börsenbetreibers um 3,22 Prozent nach oben schnellen. Noch deutlicher ging es für die LSE-Aktien in London aufwärts.

Die Schlusslichter im Leitindex waren einmal mehr die Papiere der Versorger Eon und RWE, die zwischen vier und fünf Prozent nachgaben. Am Vortag hatten sie mit Gewinnen von mehr als fünf Prozent noch zu den Favoriten gezählt.

Der Modekonzern Hugo Boss entsetzte seine Aktionäre mit erneut gesenkten Jahreszielen. Auch mittelfristige Unternehmensziele wurden in Frage gestellt, woraufhin die Aktie am Ende des MDax rund ein Fünftel an Wert einbüßte. Sie ist damit wieder so schwach wie zuletzt im Oktober 2011. Im Vergleich zu ihrem Hoch im vergangenen Frühjahr hat sich der Kurs der Boss-Aktie damit mehr als halbiert.

Mit Blick auf die internationalen Börsen ging es für den EuroStoxx 50 um 1,59 Prozent auf 2887,38 Punkte abwärts und auch in London und Paris wurden kräftige Verluste verbucht. In den USA verlor der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss 1,00 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,07 (Montag: 0,09) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 142,26 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,01 Prozent auf 165,44 Punkte. Der Kurs des Euro sank. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1002 (Montag: 1,1026) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9089 (0,9070) Euro.

(felt/dpa)
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