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US-Präsidentschaftswahl
Donald Trump beflügelt Rüstungs- und Pharmaaktien

US-Wahl 2016: Donald Trump beflügelt Rüstungs- und Pharmaaktien
Die Deutsche Börse in Frankfurt. FOTO: rtr, joh
Düsseldorf/Washington. Weltweit reagierten die Börsen zunächst schockiert auf Trumps Sieg. Doch es gab drei Branchen, die kräftig zulegten: Rüstung, Pharma, Bau. Von Antje Höning

Zu den großen Gewinnern gehörte die Aktie des Düsseldorfer Konzerns Rheinmetall, sie legte zeitweise um 4,5 Prozent zu. Rheinmetall baut Kanonen für Panzer, Munition und militärische Fahrzeuge. Der französische Hersteller Thales und die britische BAE Systems erreichten an der Börse sogar neue Rekorde.

Auch einzelne Verluste im Waffenmarkt

Ganz im Gegensatz dazu stürzten die beiden Waffenschmieden Smith & Wesson sowie Sturm, Ruger & Co. an der Börse um mehr als zwölf Prozent ab. Trumps Wahlsieg "eliminiert jegliche realistische Sorge vor schärferen Waffengesetzen", meinen Experten vom Analysehaus Wedbush Equity Research. Daher würden sich Waffenliebhaber nun Zeit lassen mit neuen Einkäufen. 

Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, dass er die Rüstungsausgaben erhöhen und die Verbündeten an den Verteidigungskosten beteiligen will. Anleger hoffen, dass die europäischen Staaten nun ihre Rüstungsausgaben erhöhen.

Bayer legt zu

Aber auch die Pharmawerte legten zu. Die Papiere von den deutschen Konzernen Bayer und Merck, GlaxoSmithKline und AstraZeneca aus Großbritannien oder den beiden Schweizer Konzernen Novartis und Roche gewannen zeitweise mehr als zwei Prozent. Die Aktien der deutschen Medizintechnik-Hersteller Fresenius und FMC, die beide im Dax sind, zogen mehr als ein Prozent an.

Die Anleger sind froh, dass Hillary Clinton nicht Präsidentin wird. Die Kandidatin der Demokraten hatte mehrfach Maßnahmen gegen hohe Medikamentenpreise angekündigt. Ein Auslöser für Clintons Pläne war, dass der US-Hersteller Mylan den Preis für seine Allergiespritze (Epipen) um 400 Prozent erhöht hatte. Die Experten des Brokers Jefferies gehen davon aus, dass sich im Gesundheitssektor mit Trumps Sieg die Angst vor drakonischen Preismaßnahmen legt.

Zementhersteller gewinnt ebenfalls

Im Aufwind waren auch Zulieferer der Bauindustrie. Trump will die Infrastrukturausgaben kräftig erhöhen, auch wenn er nicht sagt, wie er das bezahlen will. Die USA sind stark verschuldet. Die Aktien des deutschen Zementherstellers Heidelberg Cement gewannen 4,5 Prozent. Konzern-Chef Bernd Scheifele sagt: Kurzfristig werde die Unsicherheit von Investoren groß sein, "mittelfristig bin ich positiv gestimmt".

Im Verlauf des Börsentages in den USA reagierte die Wall Street jedoch unerwartet postiv auf Donald Trumps Überraschungssieg und strafte zunächst alle vorherigen Horrorszenarien Lügen . Marktexperten beschwichtigten am Mittwoch die Sorgen, die ein möglicher Erfolg des umstrittenen republikanischen Kandidaten vor der Wahl ausgelöst hatte.

Der Dow Jones Industrial war nach der Niederlage der favorisierten Konkurrentin Hillary Clinton bei der US-Präsidentschaftswahl vorbörslich noch tief im Minus erwartet worden. Er schaffte es aber schon im frühen Handel in positives Terrain und baute dann seine Gewinne aus.

Euro bewegt sich wenig

Der Euro zeigte sich im US-Handel zuletzt wenig bewegt bei 1,0915 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1022 (Dienstag: 1,1038) Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,9073 (0,9060) Euro.

 

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