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New York
Milliardär George Soros: Schwere Zeiten für die EU

New York. Der US-Investor sieht während der Austrittsverhandlungen unsichere Finanzmärkte. Die Notenbanken stehen bereit.

Der amerikanische Finanzinvestor George Soros sieht nach dem Votum Großbritanniens für den Brexit schwere Zeiten auf die Europäische Union zukommen. Die Auflösung der EU sei nach dem Rückzug Großbritanniens praktisch irreversibel, schrieb der US-Milliardär in einem Kommentar auf seiner Internetseite am Wochenende. Die Finanzmärkte weltweit dürften so lange starken Schwankungen unterworfen sein, wie der lange und komplizierte Prozess des politischen und wirtschaftlichen Austritts aus der EU verhandelt werde, so Soros. Die Folgen für die Realwirtschaft würden vermutlich mit denen der Finanzkrise 2007 bis 2008 vergleichbar sein. Soros hatte 1992 mit einer Wette gegen das britische Pfund riesige Gewinne eingefahren. Der Sterling brach massiv ein. Die Währung schied damals aus dem europäischen Wechselkursmechanismus EWS aus - der Tag ging als "Schwarzer Mittwoch" in die Finanzgeschichte ein.

Auch die großen Notenbanken stellen sich nach der Entscheidung der Briten für einen Ausstieg aus der EU auf anhaltende Turbulenzen an den Finanzmärkten ein. Großbritannien sei eng in die Weltwirtschaft integriert und beherberge auch einige der weltweit wichtigsten Finanzzentren, sagte der Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Jaime Caruana, auf der Jahresversammlung in Basel. Es werde wahrscheinlich "eine Zeit der Unsicherheit und Anpassung geben". Er sei aber zuversichtlich, dass sich die Unsicherheit durch Zusammenarbeit auf globaler Ebene eingrenzen lasse und Anpassungen so reibungslos wie möglich erfolgten. Die Notenbanker hätten bei ihrem Treffen die Notfallmaßnahmen der Bank of England befürwortet und ihre Bereitschaft zur Unterstützung signalisiert, teilte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich mit. Es sei eine enge Kooperation vereinbart worden.

(rtr)
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