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Herbert Schmidt erhält Verdienstkreuz

Name & Nachricht: Herbert Schmidt erhält Verdienstkreuz
FOTO: stadt düsseldorf
Düsseldorf. Seine Karriere ist beachtlich. Eigentlich nämlich ist Herbert Schmidt von Hause aus Goldschmied, arbeitete als Selbstständiger Kaufmann. Im Jahr 1985 schrieb sich der frisch Verrentete an der Heinrich-Heine-Universität für die Fächer Geschichte und Philosophie ein. 1997 schließlich wurde er promoviert. Seine Dissertation untersuchte die nationalsozialistische Sondergerichtsbarkeit im Oberlandesgericht Düsseldorf in den Jahren 1933 bis 1945.

Die Aufarbeitung der NS-Zeit insbesondere in Düsseldorf wurde die Lebensaufgabe von Herbert Schmidt. "Durch seine langjährige wissenschaftliche Erforschung und publizistische Aufarbeitung der NS-Zeit in Düsseldorf wurde es ihm ein Anliegen, das historische Bewusstsein über die Verbrechen an den Düsseldorfer Juden in der NS-Zeit zu schärfen", sagt Oberbürgermeister Thomas Geisel. In seinem jüngsten Buch, "Mein Freund Israel", das die Erlebnisse seines Freundes - der 2014 verstarb - und Ausschwitz-Überlebenden Israel Borenstein beschreibt, legt Herbert Schmidt dokumentarisch und mit einem eindringlichen Text Zeugnis von faschistischer Grausamkeit, verordneter Auslöschung jüdischen Lebens und unmenschlichem Leiden ab. Seine Schriften, auch seine große 2012 erschienene Kafka-Biografie "Der Mann aus Prag", sind alle auf eigene Weise Beiträge dazu, die Größe der Leistungen von Juden und die Größe ihres Leidens, ob Einzel- oder Gruppenschicksale - von Deutschen ausgelöst - im Gedächtnis zu erhalten.

Jetzt wurde Herbert Schmidt für sein Lebenswerk als Historiker geehrt. Der Bundespräsident hat den verheirateten Vater dreier Kinder mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die Verleihung nahm Oberbürgermeister Thomas Geisel im Jan-Wellem-Saal vor.  

Thorsten Breitkopf

Quelle: RP
 
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