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Mörsenbroich
Junge Flüchtlinge kicken in Fußballcamp

Mörsenbroich: Junge Flüchtlinge kicken in Fußballcamp
Manfred Novacek ist Vorsitzender des DJK Agon. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Mörsenbroich. Die Jonges und der DJK Agon wollen mit einem Sportangebot die Integration vorantreiben. Von Tino Hermanns

Die Düsseldorfer Jonges sind ja nicht in erster Linie für Jugendarbeit bekannt. Dennoch schafft es der Heimatverein, zweimal wöchentlich zwanzig 13- bis 17-jährigen Jungs ein breites, glückliches Grinsen ins Gesicht zu zaubern. Zusammen mit der Fritz Henkel Stiftung, den Versicherungen Ergo und Arag sowie der Kommunikationsagentur "Kunst und Kollegen" initiierten die meist gar nicht mehr so jungen Jonges ein Fußballcamp für unbegleitet geflüchtete Jugendliche, "Kickwinkel" genannt. Mit dem DJK Agon 08 war schnell ein Verein mit Erfahrung in sozialen Projekten und mit geeigneter Sportanlage gefunden.

"Wir haben die Testphase hinter uns gebracht. Wir wollten wissen, ob das, was wir uns vorgestellt haben, auch funktioniert", erläutert Jonges Baas Wolfgang Rolshoven. "Und es funktioniert." Bei den Übungseinheiten verzichtet Agon bewusst auf Übersetzer. Die "Kickwinkel-Amtssprache" ist deutsch. "Sport kann man auch bildlich, also durch Vormachen vermitteln", sagt Agon-Vorsitzender Manfred Novacek. "Aber viele der Jungs, die jetzt seit Mitte Januar zu uns kommen, sprechen schon Fußball-deutsch." Wenn die Nachwuchskicker aus dem Iran, Irak, Gambia, Guinea oder Eritrea den grünen Kunstrasen beträten, dann gebe es keine Nationalitätsdifferenzen, keine kulturellen Unterschiede, dann gehörten alle der "Globalnation Fußball" an. "Wir haben ganz genau hingesehen, wir haben keine einzige Streitigkeit registriert", so Novacek.

Durch den Sport würden ohne erhobenen Zeigefinger Werte und Tugenden vermittelt und so die Integrationsfähigkeit und -bereitschaft deutlich erhöht. Das ist den Initiatoren für das auf drei Jahre angelegte Projekt insgesamt 160.000 Euro wert. Davon würden nach jedem Training unter anderem ein gemeinsames Mittagessen sowie Hygieneartikel finanziert. "Es gibt auch einige Spieler, die gute Chancen im Verein haben", meint Agon-Fußballtrainer Pascal Durwen. Er hat so einige im Blick, die er demnächst ansprechen wird, mal zum Clubtraining zu kommen.

Quelle: RP
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