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Tour de France
"Grand Départ" 2017 in Düsseldorf

Tour de France in Düsseldorf
FOTO: imago stock&people
Düsseldorf. Die NRW-Landeshauptstadt hat aus Paris den Zuschlag für den "Grand Départ" 2017 erhalten. Sportler und Funktionäre sehen das auch als wichtiges Signal für den Sportstandort Deutschland. Von Robert Peters und Denisa Richters

Zwei Wochen früher als erwartet hat der Organisator der Tour de France, die Amaury Sport Organisation (ASO), der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt den Zuschlag für den "Grand Départ" des weltweit bekanntesten Radrennens gegeben. Nachdem London als Ausrichter des Prologs kurzfristig abgesprungen war, hatte Düsseldorf die Bewerbung abgegeben - offenbar außer Konkurrenz.

"Wir haben Grund zu feiern, denn der Grand Départ 2017 ist eine große Chance, Düsseldorf weltweit zu präsentieren", sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD). Auch als Sport- und Fahrradstadt werde Düsseldorf profitieren. Die ASO habe sich begeistert "von der hohen Professionalität" gezeigt. "Wir können Großsportereignisse", betonte Geisel. Es sei auch vor dem Hintergrund der Olympia-Ablehnung von Hamburg ein wichtiges Signal für den Sportstandort Deutschland, wenn das größte Sportereignis des Jahres 2017 in der Rheinmetropole starte. Geisel ist zuversichtlich, dass die gesamte Tour 2017 im deutschen Fernsehen zu sehen sein wird.

Für den deutschen Spitzenfahrer Tony Martin geht durch den Tour-Start in Düsseldorf ein Traum in Erfüllung. "Ein Grand Départ in unserem Land wäre das Highlight meiner Karriere", sagte er unserer Redaktion schon Ende Oktober vor der Entscheidung des Düsseldorfer Rats. "Dieses Event", so der Zeitfahrspezialist, "würde für den Imagewandel des Radsports in Deutschland stehen." Auch Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer, bezeichnete die Vergabe als "sehr gute Nachricht für Düsseldorf und den deutschen Radsport", aber auch für den gesamten deutschen Sport.

Offen ist noch, wie viel aus dem Stadt-Etat finanziert werden muss. Ein Gutachten hatte einen städtischen Anteil in Höhe von 11,1 Millionen Euro genannt. CDU, FDP und Linke hatten wegen der hohen Kosten gegen die Bewerbung gestimmt. Laut Geisel sind in den Verhandlungen mit der ASO attraktive Angebote für potenzielle Sponsoren vereinbart worden. Er geht davon aus, dass sich viele beteiligen werden und die Kosten somit erheblich gesenkt werden können. Details oder konkrete Interessenten nannte er allerdings nicht.

Der Start der Tour de France zählt zu den großen internationalen Sportterminen - vor allem im Jahr 2017, in dem im Sommer keine Konkurrenz durch die großen Fußballturniere oder Olympische Spiele herrscht. Zwar fährt im Radsport nach vielen Skandalen der Vergangenheit immer das Dopingproblem mit. Aber Athleten wie Martin, John Degenkolb und Marcel Kittel arbeiten hierzulande an einem Imagewandel. Er habe eine gewisse Hoffnung, "dass die Mitfahrer verstanden haben, dass nur ein sauberer Radsport eine Zukunft hat", erklärte Martin.

Das findet auch Walter Schneeloch, Präsident des Landessportbundes und Vizepräsident im Deutschen Olympischen Sportbund. "Das Dopingproblem begleitet den Radsport natürlich - hoffen wir, dass die Tour 2017 sauber abläuft." Er hob den Stellenwert der Veranstaltung hervor: "Jede Sportgroßveranstaltung hat für NRW und den Sport insgesamt eine wichtige Bedeutung - unabhängig von der Frage, was die Veranstaltung kostet. Das kann ich nicht beurteilen, das ist Sache der Stadt." Von der Wahl der Landeshauptstadt ist Schneeloch regelrecht begeistert. "Eine prima Entscheidung, Glückwunsch nach Düsseldorf. Die Tour de France ist ein Großereignis, ein echtes sportliches Highlight für NRW. Die Augen der Welt werden auf Düsseldorf gerichtet sein."

Quelle: RP
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