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Grevenbroich
Zweieinhalb Jahre Haft für jugendlichen Einbrecher

Grevenbroich. Mit einer langen Gefängnisstrafe ist am Neusser Amtsgericht jetzt der Prozess gegen einen 18 Jahre alten Asylbewerber aus Grevenbroich zu Ende gegangen. Das Gericht war davon überzeugt, dass der Jugendliche mehrere Einbrüche in Duisburg, Oberhausen und zuletzt auch Meerbusch begangen hatte. Die Karriere als Einbrecher ist der traurige Höhepunkt einer schlimmen Lebensgeschichte.

Als Kleinkind war der staatenlose Jugendliche vom Balkan von seinem Vater an eine Vagabunden-Familie in Italien verkauft worden, seine Mutter war verschwunden. "Ich bin nie zur Schule gegangen, musste immer betteln und klauen", erklärte der 18-Jährige vor Gericht. Später habe er sich von der Familie entfernt und sei auf eigene Faust durch Deutschland, Italien und Österreich gereist.

Zuletzt lebte er in einer Flüchtlings- und Asylbewerberunterkunft in Grevenbroich. Auch dort "verdiente" er sich seinen Lebensunterhalt als Dieb und Bettler. Das Amtsgericht Oberhausen und das Amtsgericht Duisburg verhängten Verurteilungen gegen ihn innerhalb kurzer Zeit, das Amtsgericht Neuss musste jetzt über einen erneuten Einbruch in Meerbusch entscheiden. "Ich war das nicht", beteuerte der Junge mehrfach vor Gericht, doch die Zeugenaussagen waren eindeutig.

Die geschädigte Hauseigentümerin hatte ihn beim Verlassen des Gebäudes genauso beobachtet wie auch ein Nachbar - beide konnten den tatverdächtigen jungen Mann im Prozess eindeutig identifizieren. Die herbeigerufene Polizei hatte ihn noch in Tatortnähe festnehmen können. Die Beute betrug gerade einmal 30 Euro. Dennoch muss der Angeklagte nun für insgesamt zweieinhalb Jahre in Haft. "Es ist eine schlimme Lebensgeschichte. Hoffentlich nutzt der Angeklagte die Zeit im Jugendgefängnis", so Richter Heiner Cöllen.

Im Urteil wurden die bisherigen Verurteilungen aus Duisburg und Oberhausen zusammengefasst - eine Bewährungsstrafe war demnach nicht mehr machbar.

(mape)
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