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Lokalsport
Aus den USA zum Real-Madrid-Camp

Lokalsport: Aus den USA zum Real-Madrid-Camp
Paul und Carl Hartmann sind eigens aus den USA angereist, um am Real-Madrid-Camp in Krefeld teilnehmen zu können. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Jugendfußball: Peter und Carl Hartmann haben den weitesten Weg zum Trainingscamp beim SC Bayer zurück gelegt: Die beiden Jungs sind eigens Richmond eingeflogen. Ihre Großeltern wohnen in Krefeld und hatten sie darüber informiert. Von Oliver Schaulandt

Peter und Carl Hartmann sind es gewohnt, weite Reisen in Sachen Fußball zurückzulegen. Die neun und 13 Jahre alten Brüder leben in Richmond, an der amerikanischen Ostküste, etwa eine Stunde dauert die Fahrt mit dem Auto bis nach Washington. In den USA spielen sie bei den Richmond Kickers, deren erste Mannschaft eine Liga unter der dortigen Profiliga Major Soccer League (MLS) angesiedelt ist, also quasi beim Nachwuchs eines amerikanischen Zweitligisten. Carl, der Ältere, spielt in der höchsten Liga, in dem Clubs in seiner Altersklasse spielen können. Und da sind für den Flügelflitzer weite Reisen zum Spiel an der Tagesordnung. Denn die Liga zieht sich nahezu an der ganzen Küste entlang. Nach Philadelphia etwa sind es vier Stunden mit dem Auto zum Auswärtsspiel, nach New York sieben und nach Miami sogar zehn Stunden - also etwa so lang, wie auch der Flug nach Deutschland dauerte.

Mit 412 Teilnehmern ist das Fußballcamp am Löschenhofweg das Größte, das Real Madrid bislang veranstaltet hat. Zum Auftakt gestern Vormittag stellten sich die Kinder in ihren Trainingsgruppen auf und formten aus Fußbällen den Real-Schriftzug. FOTO: Nicolas Schöneberger

Auch sein jüngerer Bruder, der als Zehner im zentralen Mittelfeld in seinem Club eingesetzt wird, spielt in der höchstmöglichen Spielklasse - trotz seiner erst neun Jahre darf er dabei bei den Unter Elf-Jährigen mitkicken. Die beiden zählen zu den beiden Exoten im Fußballcamp von Real Madrid, das in dieser Woche beim SC Bayer Uerdingen am Löschenhofweg abgehalten wird - optisch vielleicht nicht, aber zumindest haben sie die wohl weiteste Reise hinter sich gebracht. Trainer der beiden in den USA ist übrigens der Ukrainer Ihor Dotsenko, der 2001 mal ein halbes Jahr für den KFC Uerdingen spielte und von dort in die USA ging.

Ihre Großeltern leben in Krefeld, und die beiden hatten ihre Enkel auf das Camp aufmerksam gemacht. So waren die Flüge schnell gebucht, erst steht für die zwei der Besuch bei Oma und Opa in Verbindung mit dem Camp an, anschließend geht es noch für eine Woche zum Urlaub an die Ostsee. Und gelohnt hat es sich schon nach dem ersten Tag. "It's great - es ist großartig", sagen die beiden in breitem amerikanischem Englisch wie aus einem Mund, die nass geschwitzt mit einem Ball in der Hand aufs Abholen warten.

Ihre Ferien werden die beiden, deren Lieblingsfußballer Christiano Ronaldo und Robert Lewandowski sind, mit noch mehr Fußball verbringen. Denn nach dem Urlaub in Deutschland geht es für Carl direkt weiter in nächste Fußballcamp. Er gehört zu den 20 Nachwuchskickern aus seiner Spielklasse, die es nach Orlando geschafft haben, wo der englische Club Arsenal London ein ähnliches Camp veranstaltet wie Real Madrid hierzulande. Und möglicherweise ist dies auch nicht das Ende: Vor zwei Jahre hat der Steppke schon einmal bei einem Camp des FC Bayern München teilgenommen - und dort einen so guten Eindruck hinterlassen, dass er es ins Notizbuch der dortigen Scouts geschafft hat. Mal schauen, ob er es dann auch in die von Real Madrid schafft.

Quelle: RP
 
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