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Lokalsport
Niederlande siegt beim Leverkusen-Cup

Leverkusen. Turnerinnen aus fünf Ländern waren am Wochenende in Leverkusen in den olympischen Disziplinen Sprungtisch, Stufenbarren, Balken und Boden zu sehen. Von Tobias Brücker

Die Smidt-Arena ist bekannt als die Heimat der Giants-Basketballer oder den Elfen von Handball-Trainerin Renate Wolf. Am Wochenende jedoch zeigte die Mehrzweckhalle ein völlig anderes Gesicht. Sie verwandelte sich in eine Bühne für die besten Nachwuchs-Kunstturnerinnen aus Deutschland, England, Südafrika, Belgien und den Niederlanden. Möglich machte dies der Turn-Club 72, der zum 40. Leverkusen-Cup lud.

Rund 1300 Zuschauer folgten dieser Einladung und sahen insbesondere am Sprung spektakuläre Vorführungen. Mit einem Flick Flack einsteigend, mündeten die Darbietungen in den Abgängen in Schrauben, doppelte Salti oder andere tolle Figuren. Um genau so etwas sehen zu können, warteten bereits eine halbe Stunde vor Einlass, also gut zwei Stunden vor dem eigentlichen Wettkampfbeginn, kleine Gruppen zum Teil ungeduldig darauf, endlich die Halle betreten zu dürfen.

"Für Kunstturnen war das eine sehr gute Resonanz", bilanzierte Gabriele Pfeffer, "leider ist die Sportart in Deutschland nicht so populär. Auch international, in England zum Beispiel, kommen oft nur 300 Besucher."

Die 49-Jährige leitet die Geschicke des TC in ihrer Rolle als Vorsitzende und war so maßgeblich an der Organisation beteiligt. "Oft überlegen wir, ob wir den Leverkusen-Cup weiterhin finanziert bekommen, aber die Sportlerinnen und Trainer sagten uns nach dem Wettkampf, wir sollten damit bloß nicht aufhören", erzählt Pfeffer.

Der finanzielle Aspekt spiele in sofern eine Rolle, als dass das durch Ticketverkäufe eingenommene Geld nicht in die Kassen des TC fließe. Meistens, so berichtete Dieter Schulz, müsse der TC gar mehr ausgeben, als im Endeffekt wieder reingeholt werde. "Das Leihen der Geräte, die Miete für die Halle und die Unterkünfte für die Turnerinnen, das verursacht hohe Unkosten", erklärt der 74-Jährige.

Schulz war es, der 1974 zusammen mit seiner mittlerweile verstorbenen Frau die Idee zum Leverkusen-Cup entwickelte. Und zwar aus einem einfachen Grund: Schließlich sei es einfacher, viele internationale Turnerinnen gemeinsam zu einem Wettkampf einzuladen, als mehrere einzelne Veranstaltungen zu organisieren. Auch für die Zuschauer sei es interessanter. Neben diesem Lebenswerk - auf diese Bezeichnung legt Schulz im Übrigen überhaupt keinen Wert - kann auch er auf eine erfolgreiche sportliche Laufbahn zurückblicken. Im Trampolinspringen weist seine Vita sechs Deutsche Meistertitel, einen siebten Platz bei den Weltmeisterschaften und eine Bronzemedaille bei Europameisterschaften auf. 1976 beendete er seine aktive Zeit und wechselte ins Trainerdasein. "Jetzt genieße ich mein Leben und bin im verdienten Ruhestand", sagt er schelmisch lächelnd.

Einen kleinen Wermutstropfen mussten die Organisatoren jedoch verkraften. Oksana Chusovitina konnte nicht wie geplant turnen und keine Punkte für eine WM-Qualifikation sammeln für die Titelkämpfe in Glasgow (23. Oktober bis 1. November). Zwar trainierte die 40-jährige sechsfache Olympiateilnehmerin in der Halle, aufkommendes Fieber zwang die Usbekin allerdings zur Absage. "Sehr schade, wir hatten uns alle gefreut, sie zu sehen", sagte Pfeffer. Dafür sprangen die Talente umso mehr in die Bresche und konnten das faire Publikum begeistern.

Ging doch mal etwas schief, litten die Zuschauer auf der Tribüne hörbar mit. Geturnt wurde in den olympischen Disziplinen Sprungtisch, Stufenbarren, Balken und Boden. Am Start war ein internationales Teilnehmerfeld mit Teams aus Belgien, Deutschland (drei Teams), England, Niederlande und Südafrika. Am wenigsten falsch machte Tisha Vollemann vom niederländischen Team "Flik-Flak Den Bosch", das auch die Mannschafts-Wertung gewann und den Wanderpokal mit nach Hause nahm. Sie erturnte 53,55 Punkte und landete vor der Engländerin Jade Stedford mit 51,65 Punkten, die einen tollen Sprung zeigte (14.35 Punkte) und bei den Gesamtbritischen Meisterschaften immerhin Achte wurde.

Die deutschen Mannschaften wurden auf den Plätzen zwei, vier und fünf geführt und konnten ihren Titel aus dem Vorjahr nach drei verturnten Übungen am Balken nicht verteidigen. Beste Turnerin wurde hier Helena Schäfer auf Rang drei der Einzelwertung.

Quelle: RP
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