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Mönchengladbach
Ins Museum gehn, muss keine Qual sein

Mönchengladbach. Tatsächlich ist es keine Kunst, ins Museum Abteiberg zu gehen. In der nächsten Woche lädt der Künstler Norbert Krause täglich ein, neue Wege ins Museum zu finden. Am Ende steht eine Schlange vor der Tür - bis zur Hindeburgstraße. Von Inge Schnettler

Wenn Norbert Krause in der kommenden Woche dabei beobachtet wird, wie er im Skulpturengarten unterhalb des Museums Abteiberg einen Parcours absteckt und den dann einmal abläuft, um anschließende anderen das Feld zu überlassen, ist das nichts Verwerfliches. Wenn er plötzlich als Aufsicht in der Sammlung auftaucht? Auch nicht schlimm, sondern bewusst geplant. Die Aktionen gehören zu dem Projekt "Ins Museum gehn, ist keine Kunst", das am Montag an den Start geht. Der Konzeptkünstler Krause hat sie erdacht, und er ist selbstverständlich immer dabei, wenn in der kommenden Woche täglich im, am oder rund ums Museum etwas geschieht. Und - in der Tat - da geschieht eine ganze Menge.

Das soll auch so sein, dafür hat er das Programm entwickelt - auf Bitten des Museumsvereins. "Der Ruf des Museums reicht bis nach Bilbao und New York, aber in Mönchengladbach ist es - obwohl es auf einem Berg steht - nicht wirklich präsent", sagt der Vorsitzende Carsten Christmann. Das soll sich ändern - unbedingt. Finanziert wird das Projekt durch eine entsprechende Crowdfunding-Aktion der Volksbank. "Obwohl keiner wusste, wobei es sich bei diesem Projekt wirklich handelt, haben die Menschen gespendet", sagt Franz D. Meurers vom Vorstand der Volksbank. Mit Crowdfunding hat die Bank bereits viel Erfahrung. Die sechs bisherigen Projekte, eines davon ist die blaue Fahrradroute zwischen den Innenstädten von Gladbach und Rheydt, wurden auf diese Art finanziert.

Es ist geschafft. 2500 Euro wurden benötigt, unterm Strich kamen 3000 Euro zusammen. Für jede Spende ab 5 Euro gab die Volksbank 10 Euro oben drauf. Und: Jeder, der eingezahlt hat, erhält ein Präsent. Konkret: Ab 10 Euro gibt es eine von Norbert Krause gestaltete Postkarte, ab 25 Euro ein ausgesägtes Stück eines Fotodrucks von Krause mit dem Titel "k1Kunstwerk" (kein Kunstwerk), und ab 50 Euro kommt ein Heft dazu, das die von Krause gefundenen Wege ins Museum beschreiben wird. Wer 250 Euro oder mehr gegeben hat, kann sich auf eine Führung mit Susanne Titz durch die Katakomben des Museums freuen.

Überblick über das, was in der kommenden Woche geschieht:

Montag, 5. September, 11 bis 15 Uhr: Ins Museum gehn, ist Alltag! Norbert Krause unternimmt, weil das Museum geschlossen hat, mit den Teilnehmern eine Intervention. Von 11 bis 11.45 Uhr startet diese im Geropark an der Skulptur von Ulrich Rückriem. Von 12 bis 12.45 Uhr geht es an der Kleist-/ Steinmetzstraße um Eva Weinerts Arbeit, von 13 bis 13.45 Uhr auf dem Spielplatz im Bunten Garten um die "Schwebende Pyramide" von Günter Zins. Von 14 bis 14.45 Uhr ist an der Peter-Nonnenmühlen-Allee die "Passion" von Werner Jacobs im Fokus.

Dienstag, 6. September, 19 Uhr, Treppenaufgang gegenüber Geroparkplatz: Ins Museum gehn, ist eine Qual! Dank seiner Hanglage ist der Skulpturengarten super geeignet für den Feierabendsport. Siehe oben: Hier wird der Lauf-Parcour von Norbert Krause angelegt.

Mittwoch, 7. September, 15 bis 17 Uhr: Ins Museum gehn, ist #abteiberg! Unter diesem Hashtag finden sich auf Instagram viele Eindrücke rund ums Museum. Krause fügt etliche hinzu. Zwei Stunden pirscht er durch die Sammlung und postet seine Fotos unter #abteiberg bis der Akku leer ist.

Donnerstag, 8. September, im Laufe des Tages: Ins Museum gehn, ist meine Kunst! Schüler der Gesamtschule Volksgarten veröffentlichen gemeinsam mit Norbert Krause eigene "Originale" auf Facebook unter fb.com/k1kunst und Instagram unter #k1kunst.

Freitag, 9. September, 14 bis 17 Uhr: Ins Museum gehn, ist Arbeit! Norbert Krause führt Aufsicht im Museum. Sein Erfahrungsbericht folgt einige Tage später.

Samstag, 10. September, 10.30 Uhr: Ins Museum gehn, ist keine Kunst! Eine halbe Stunde vor Öffnung des Museums lädt Krause ein, gemeinsam anzustehen. Die Schlange wird, wenn genügend Menschen mitmachen, bis zur Hindenburgstraße reichen. Alle Teilnehmer dürfen umsonst ins Museum. "Eine Schlange, die von der Einkaufsstraße bis zum Museum geht, ist gut für die Stadt", sagt der Künstler. Also - mitmachen!

Quelle: RP
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