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Lokalsport
Aline Focken unterstreicht Medaillenchancen

Dormagen. Die Krefelderin siegt beim vom AC Ückerath ausgerichteten Grand-Prix der Ringerinnen. Auch Laura Mertens zieht ins Finale ein. Von Christos Pasvantis

Ringen gehört sicherlich zu den Sportarten, in denen Vorhersagen am schwierigsten zu treffen sind - insbesondere für die olympischen Spiele. Dennoch weiß Frauen-Bundestrainer Patrick Loes, wer bei den Spielen in Rio de Janeiro (14. bis 21. August) unter den vier bislang qualifizierten Deutschen sein wohl bestes Pferd im Stall ist: "Bei Olympia kann alles passieren. Aber wir wissen alle ganz genau, dass Aline das Zeug hat, am Ende ganz oben zu stehen."

Ihren Status in der Weltspitze demonstrierte die in Dormagen trainierende Krefelderin Aline Focken (Klasse bis 69 Kilogramm) beim Grand Prix der Bundesrepublik Deutschland im TSV-Bayer-Sportcenter. Das vom AC Ückerath zum 19. Mal ausgerichtete Turnier zählt zu den weltweit renommiertesten im Frauen-Ringen. 190 Athletinnen aus 19 Nationen gingen am Pfingstwochenende in Dormagen auf die Matte, darunter allein in den acht Finalkämpfen acht junge Damen, die in drei Monaten auch in Brasilien um Medaillen kämpfen werden. Unter ihnen auch die amtierende WM-Dritte Focken, die es im Finale mit der Schwedin Jenny Fransson zu tun bekam - genau der Gegnerin, gegen die sich die Deutsche im Vorjahr bei den Weltmeisterschaften in Las Vegas das Olympiaticket sicherte. "Wir haben schon so oft gegeneinander gerungen, wir kennen uns in- und auswendig", sagte Focken, deren Taktik genau aufgehen sollte. Nach einem lange sehr passiv geführten Kampf ging sie erst in der letzten Minute volles Risiko, rollte Fransson in der Beinschraube zweimal durch den Ring und setzte sich mit 6:3 durch. Der Plan der Siegerin: "Ich wusste, dass ich am Anfang keine Chance gegen sie habe. Am Ende baut sie ab, da bin ich stärker als sie und muss dann voll draufgehen."

Auf dem Weg zu ihrem großen Ziel sieht sich die 25-jährige, die seit Jahren im Landesstützpunkt in Dormagen mit ihren ACÜ-Kolleginnen trainiert, einen Schritt weiter: "Der Traum von einer Medaille ist natürlich da. Ich weiß, dass ich es theoretisch schaffen kann. Es wäre aber doof, sich ein bestimmtes Ziel zu setzen, weil bei einem Turnier alles möglich ist." Genauso sieht es Bundestrainer Loes: "Es gibt da sechs bis acht Frauen auf dem gleichen Niveau. Die Medaille ist möglich. Welche Farbe sie dann am Ende hat, werden wir sehen."

Während ACÜ-Lokalmatadorin Nina Hemmer - wie auch viele internationale Konkurrentinnen - geschont wurde, nachdem sie sich erst vor kurzem ihr Ticket für Rio gezogen hatte, sorgte auch die zweite Ückerather Olympiafahrerin für Aufsehen: Jessica Blaszka, die für die ansonsten wenig erfolgsverwöhnten Niederlande ringt, zog in der Klasse bis 48 Kilogramm in den Endkampf ein und musste sich der ebenfalls in Brasilien startenden Russin Valentina Islamova nur knapp mit 6:8 geschlagen geben. "Ein ganz enger Kampf, der bis zum Ende offen war", fand Blaszka, die aus dem Duell aber spürbar selbstbewusst herausging: "Wenn ich gegen jemanden wie Valentina nur so knapp verliere, zeigt das mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin."

Ganz anders sah dies bei der zweiten ACÜ-Ringerin im Finale aus: Laura Mertens (58 Kilogramm) musste der Schwedin Johanna Matsson nach nicht einmal anderthalb Minuten mit 0:10 den Vortritt lassen, bei der Siegerehrung konnte die 22-jährige ihren Frust über die wohl nur wegen einer Verletzung vor ihrem Qualifikationsturnier verpassten Olympiateilnahme nicht mehr verbergen. Ihr Ückerather und NRW-Landestrainer Heinz Schmitz hatte Verständnis: "Laura ist natürlich enttäuscht, das ist doch klar. Wenn man dann sieht, dass ihre Ersatzfrau (Luisa Niemesch, Anm. d. Red.) die Quali schafft, ist das natürlich bitter. Matsson ist aber eine absolute Topringerin, gegen die darf man auch mal verlieren."

Während in Eva Sauer (0:10 gegen die Kasachin Zhuldyz Eshimova) und Debora Lawnitzak (0:10 gegen die Weißrussin Iryna Kurachkina) zwei weitere Deutsche im Finale standen, holte bei der größten Gruppe, den Kadettinnen, die sich gerade auf die Europameisterschaften in Stockholm vorbereiten, in Selena Bölke (Brandenburg) eine weitere Ringerin einen "Heimsieg".

Quelle: NGZ
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