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Lokalsport
Axel Kleinkorres und die Skilehrerin

Neuss. Der Neusser Galopptrainer schafft in Dortmund mit Caro Player, geritten von Eduardo Pedroza, den achten Saisonsieg. Von Klaus Göntzsche

In seiner Jugend mit knapp 20 Jahren hat der Neusser Galoppertrainer Axel Kleinkorres in der Nähe von Zwiesel im Allgäu versucht, die Kunst des Skilaufens zu erlernen. Der ansonsten sehr sportlich veranlagte junge Mann aus Dinslaken (auch ein talentierter Dreispringer) stellte damals aber schnell fest: "Das war nicht mein Ding. Zu kalt, zu nass."

In seinem derzeitigen Beruf als Trainer von edlen Vollblutpferden (er kann auch Traber betreuen) hat der noch 58-Jährige auf eine eher kuriose Weise wieder mit Skilaufen zu tun. Der von ihm trainierte vierjährige Hengst Caro Player gewann für ihn in Dortmund das achte Rennen dieser Saison. Das Pferd gehört der ehemaligen Schweizer Skilehrerin Vroni Jud-Frei und stammt aus dem kleinen Gestüt Weiherwiesen in Pflullendorf im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg. Caro Player litt unter einer Fissur und kam deshalb erst im Alter von vier Jahren zum Renneinsatz.

Mit dem vierfachen Championjockey Eduardo Pedroza im Sattel deklassierte Caro Palyer seine Gegner um elf Längen. Kleinkorres: "Er hat das Rennen gut überstanden. Jetzt könnte er beim Derbymeeing in Hamburg laufen." Wie aber kommt das Pferd einer attraktiven Schweizer Ex-Skilehrerin mit einem Gestüt im von Neuss sehr fernen Pfullendorf in den Stall von Axel Kleinkorres am Neusser Obertorweg?

Es sind die üblich kuriosen Netzwerke des weltweiten Galopprennsports mit ihren schier unergründlichen Tiefen. Axel Kleinkorres: "Ich habe die Dame über Andreas Trybuhl kennengelernt. Er war mit ihr liiert." Zur Erklärung: Andreas Trybuhl stammt aus Mülheim an der Ruhr, sein Vater Karl war dort Trainer und die drei Brüder Christian, Michael, Andreas und Karl jr. wuchsen mit Rennpferden auf.

Bis auf Christian blieben sie alle in der Szene, auch Andreas Trybuhl. Es lief einige Jahre sehr gut bei ihm als Trainer in Köln, er mischte in größeren Rennen mit, doch Ende 2013 war dann Schluss mit dem Trainieren. Es lief wenig, aber aus dieser Zeit kannte er eben Vroni Jud-Frei. Für sie gewann er mit Runaway im Jahre 2013 noch den Hansa-Preis in Hamburg, weil die eigentliche Siegerin, die Stute Berlin, nachträglich wegen Dopings disqualifiziert wurde.

Sein Bruder Karl jr. (allseits nur Kiki gerufen) war etliche Jahre lang am Kleinkorrres-Stall für die Pferde des Berliner Rennstalles Unia Racing von Werner Krüger zuständig (die stehen jetzt am Raffelberg in Mülheim/Ruhr) und als Andreas Trybuhl den Trainerberuf beendete, knüpfte er den Kontakt von Vroni Jud-Frei nach Neuss. Andreas Trybuhl lebt wieder in Mülheim und ist mit der Journalistin Claudia Groß-Trybuhl verheiratet, der Chefredakteurin der Frauenzeitschrift Neue Welt.

Andreas Trybuhls Ex-Freundin Vroni Jud-Frei läuft zwar immer noch Ski, doch die professionelle Weitergabe dieser Kunst hat sie eingestellt und stattdessen eine eigene Ski-Nobelmarke namens Core entwickelt. In den Bergen von Klosters im Büdner Land werden in Handarbeit hochwertige Bretter aus Eschen-und Pappelholz, Carbon und Titan produziert. Für Axel Kleinkorres zu spät: "Das tue ich mir nicht mehr an."

Quelle: NGZ
 
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