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Xanten
Sprachkurse für junge Mütter sollen Integration verbessern

Xanten: Sprachkurse für junge Mütter sollen Integration verbessern
In zwei Kursen erlernen junge Mütter die deutsche Sprache, während ihre Kinder in einem Nebenraum betreut werden. FOTO: Arbeitskreis Asyl
Xanten. Finanziert wird das Projekt durchs Bundeslandwirtschaftsministerium. Der Arbeitskreis Asyl benötigt aber auch noch Spenden.

Sie kommen aus Afghanistan, Syrien und Kurdistan, Ghana, Eritrea und Tschetschenien, aus der Mongolei und dem Irak. Sie konnten bis vor kurzem kaum ein Wort Deutsch. Doch ihre Chancen auf Integration haben sich deutlich erhöht, seitdem sie an dem neuen Sprachkursus für Frauen mit Kindern teilnehmen. Eine Betreuung ihrer Kinder während des Unterrichts im leerstehenden ehemaligen Förderzentrum ist organisiert.

"Ein einzigartiges Projekt, gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und durch private Spenden", sagt Wolfgang Schneider vom Arbeitskreis Asyl, dem Veranstalter des Sprachkurses. "Es gibt keinen anderen Anbieter der junge Mütter in der Form unterstützt und fördert, obwohl es enorm wichtig ist, ihnen so eine Chance zu bieten", berichtet er.

Die 20 Frauen zwischen 25 bis 35 Jahren büffeln drei bis viermal in der Woche. Viele haben bis zu vier Kinder, die teilweise noch keine Kindertagesstätte besuchen. Vanessa Jargon und Nicole Hegering betreuen die Kleinen. "Da die Kinder bisher nur das familiäre Umfeld kennen gelernt haben, lernen sie hier auch die soziale Komponente beim Spiel mit anderen Kindern", erläutert Schneider.

Der Unterricht stellt die Dozentinnen vor große Herausforderungen. Fast alle Teilnehmerinnen haben eine andere Sprache, Sprachverständnis und Auffassungsgabe waren unterschiedlich ausgeprägt. Einige Frauen haben noch nie eine Schule besucht. Sprachdozentin Daniela Postler erinnert sich: "Es wurde mit ,Händen und Füßen und mit den einfachsten Bildwörterbüchern begonnen."

Um auf die Voraussetzungen der Teilnehmerinnen besser eingehen zu können, wurde der Kurs geteilt. Einige mussten lernen, wie man einen Stift hält. Nicht nur Buchstaben wurden eingeübt, auch die Zahlen, um die einfachsten Dinge wie das Datum, die Uhrzeit, Telefonnummern lesen zu können und den Umgang mit dem Geld zu erlernen. Darüber hinaus wird die Allgemeinbildung im Unterricht gefördert.

Daniela Postler ist beeindruckt von dem großen Zusammenhalt. "Frauen unter sich sind freier", erzählt sie. Sie haben den Mut und die Gelegenheit, auch persönliche Dinge zu besprechen. Der Erfolg gibt Selbstvertrauen.

"Was der Arbeitskreis Asyl mit Spendengeldern erreicht hat, ist eine einzigartige Geschichte und wir hoffen, dass wir das, was wir angefangen haben und mit Erfolg durchführen", hofft Schneider und will weitere Fördermittel beantragen. Aber der Arbeitskreis ist auch auf die Bereitschaft aus der Bevölkerung angewiesen; das Spendenkonto des Arbeitskreises ist auf www.flüchtlingshilfe-xanten.de zu finden.

(pek)
 
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