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Anschlag auf Badeort
Deutsche bei Angriff in Elfenbeinküste getötet

Anschlag in Elfenbeinküste: Deutsche Frau in Grand-Bassam getötet
Ein libanesischer Gast des Hotels "L'Etoile du Sud" sah nach eigenen Angaben einen Angreifer mit einer Kalaschnikow und einem Gürtel mit Granaten. FOTO: ap
Grand-Bassam/Berlin. Bei den Anschlägen in der Elfenbeinküste ist die Leiterin des dortigen Goethe-Instituts, Henrike Grohs, getötet worden.

Wie das Goethe-Institut in München am Montag mitteilte, ist die Institutsleiterin in Abidjan, Henrike Grohs, unter den Todesopfern des Anschlags von Grand-Bassam. Nach neuesten Behördenangaben töteten die Islamisten insgesamt 18 Menschen. Auch drei Angreifer wurden getötet.

Die 51-jährige Grohs leitete seit Dezember 2013 das Büro des Goethe-Instituts in Abidjan. "Henrike Grohs, die sich für ein sinnvolles Leben der Menschen mit aller Kraft einsetzte, musste so sinnlos sterben", erklärte der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann. "Wir sind fassungslos, dass Henrike Grohs auf so tragische und grausame Art aus dem Leben gerissen wurde", erklärte der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert.

Mehrere Vermummte, die mit Kalaschnikows und Granaten bewaffnet waren, hatten am Sonntag zunächst das Feuer auf Badegäste am Strand eröffnet und dann drei angrenzende Hotels angegriffen. Nach Angaben von Augenzeugen riefen sie "Allahu Akbar" (Gott ist groß).

Wie das Innenministerium in Abidjan am Montag mitteilte, töteten die Angreifer insgesamt 18 Menschen - 15 Zivilisten und drei Soldaten. Zuvor war von 16 Todesopfern und 22 Verletzten die Rede gewesen. Das Innenministerium korrigierte zudem die Zahl der getöteten Angreifer von sechs auf drei.

Aqmi bekennt sich zum Anschlag

Die Islamistengruppe Al Qaida im Islamischen Maghreb (Aqmi), ein Ableger des Terrornetzwerks Al Qaida, hatte sich am Sonntag zu dem Anschlag bekannt und erklärt, drei ihrer Kämpfer seien dabei getötet worden.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bestätigte den Tod einer deutschen Staatsbürgerin, ohne nähere Angaben zu machen. Laut Präsident François Hollande wurde mindestens ein Franzose getötet. Aus Ermittlerkreisen verlautete, unter den Toten seien auch Libanesen sowie Staatsbürger aus Mali und Burkina Faso.

Der ivorische Präsident Alassane Ouattara besuchte am Sonntag den Anschlagsort und lobte den Einsatz der Sicherheitskräfte. Diese seien 45 Minuten nach dem Beginn des Angriffs vor Ort gewesen und hätten die Lage nach drei oder vier Stunden unter Kontrolle gehabt.

Für Montag wurde eine Krisensitzung der Regierung der Elfenbeinküste einberufen. "Es müssen vor allem Maßnahmen im Sicherheitsbereich getroffen werden", verlautete aus Kreisen des Präsidialamtes.

Nach Angaben aus ivorischen Sicherheitskreisen war in dem Land mit einem islamistischen Angriff gerechnet worden. Es seien entsprechende Vorkehrungen getroffen worden, Einsatzkräfte hätten landesweit bereit gestanden, um schnell eingreifen zu können.

"Wir haben damit gerechnet"

"Wir haben damit gerechnet, aber man weiß nie, wann und wo", sagte ein westlicher Vertreter vor Ort. Nun gehe es darum, die Nationalität der Täter herauszufinden.

Der Anschlag in Grand-Bassam war der erste auf touristische Ziele in der Elfenbeinküste. Die rund 40 Kilometer östlich von Abidjan gelegene 80.000-Einwohner-Stadt mit ihren Kolonialbauten gehört zum Weltkulturerbe und ist auch bei in der Elfenbeinküste lebenden Ausländern beliebt.

In den vergangenen Monaten waren bei islamistischen Angriffen auf Luxushotels in den Nachbarländern Mali und Burkina Faso dutzende Menschen getötet worden. Zu den Anschlägen in der malischen Hauptstadt Bamako im November und in Ouagadougou im Januar bekannte sich ebenfalls Aqmi.

(felt/AFP)
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