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Venezuela
Erneut Ausschreitungen bei Protesten

Venezuela: Erneut Ausschreitungen bei Protesten
In Caracas setzte die venezolanische Polizei Tränengas gegen die Demonstranten ein. FOTO: afp
Caracas. Bei Demonstrationen gegen Venezuelas sozialistischen Staatschef Nicólas Maduro hat es erneut gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften gegeben. Die Opposition hat weitere Proteste für Samstag angekündigt. 

In der Hauptstadt Caracas setzte die Nationalgarde am Donnerstag Tränengas gegen tausende Demonstranten ein. Einige von ihnen warfen mit Steinen und Molotowcocktails. Auch in anderen Städten gab es Zusammenstöße, so zum Beispiel in Maracaibo, Valencia und San Cristóbal im Norden und Westen des Landes. Als Vorsichtsmaßnahme oder aus Solidarität mit den Regierungsgegnern blieben zahlreiche Hochschulen und Geschäfte am Donnerstag geschlossen.

Erst am Mittwoch waren bei den Massenprotesten in Caracas ein 17-Jähriger und in San Cristóbal eine 23-Jährige durch Kopfschüsse getötet worden. Augenzeugen zufolge wurden die Schüsse von Mitgliedern der "colectivos", von der Regierung bewaffnete zivile Gruppen, abgegeben. Nach Angaben der Regierung wurde zudem ein Soldat von Demonstranten getötet.

Für Freitag waren keine Proteste geplant. Die Opposition rief aber für Samstag zu einem landesweiten Schweigemarsch und für Montag zur "nationalen Blockade" von Straßen auf. 

Die Regierungsgegner in dem ölreichen lateinamerikanischen Land machen Maduro für die seit langem andauernde Wirtschaftskrise verantwortlich. Sie kämpfen für ein Referendum über eine Amtsenthebung des Sozialisten, dessen Präsidentschaft regulär noch bis 2019 dauert.

Der gewaltsame Konflikt in Venezuela sorgt international für Besorgnis. Die Europäische Union rief am Donnerstag zur "Deeskalation" auf. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, die venezolanische Regierung müsse "das Recht auf friedliche Demonstrationen gewährleisten" und "Gewalttaten gegen Demonstrationen verhindern".

UN-Generalsekretär Antonio Guterres forderte,"dass alle Anstrengungen unternommen werden, um die Spannungen zu verringern und neue Auseinandersetzungen zu verhindern". Neun lateinamerikanische Länder, darunter Argentinien, Brasilien und Kolumbien, kritisierten in einer gemeinsamen Erklärung "den Verlust weiterer Leben" in Venezuela.

(kess/AFP)
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