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Gedenkfahrt durch Europa
Die russischen Nachtwölfe sind in Deutschland eingetroffen

2016: Die Nachtwölfe machen sich auf den Weg nach Berlin
2016: Die Nachtwölfe machen sich auf den Weg nach Berlin FOTO: dpa, ms pt
Berlin . Ohne große Probleme haben Dutzende Mitglieder des russischen Rockerclubs Die Nachtwölfe am Sonntag deutschen Boden betreten.

Sie passierten am Nachmittag südlich von Dresden mit 80 Motorrädern und fünf Begleitfahrzeugen aus Tschechien kommend die Grenze, wie die Bundespolizei in Pirna auf AFP-Anfrage mitteilte. Bei der Kontrolle habe es keine besonderen Vorkommnisse gegeben.

Die Gruppe werde am Militärhistorischen Museum in Dresden einen Kranz niederlegen und dann ihre Reise nach Berlin fortsetzen, erklärte die Polizei weiter. Bei einer Rundfahrt durch die Hauptstadt wollten sie am Montag mehrere Ehrendenkmäler und -gräber besuchen.

Die Nachtwölfe waren Ende April in Moskau aufgebrochen, um aus Anlass des Sieges über Hitler-Deutschland vor 71 Jahren den 6000 Kilometer langen Weg der Roten Armee quer durch Ost- und Mitteleuropa nachzufahren. In Polen wurde ihnen in der vergangenen Woche aber wie schon bei ihrer Tour im vorigen Jahr die Einreise verweigert.

Viele Polen sehen die Fahrt der Rocker angesichts jahrzehntelanger Moskauer Dominanz in der Sowjetzeit und der Rolle Russlands im Ukraine-Konflikt kritisch. Sie kreiden den Nachtwölfen zudem an, dass sie die Gegner der Kiewer Regierung in der Ostukraine unterstützen. Das russische Außenministerium sprach von einer "böswilligen und zynischen Geste" der Regierung in Warschau.

Die Nachtwölfe wurden 1989 kurz vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion gegründet. Dem Rockerclub gehören heute rund 5000 Mitglieder an, unter ihnen der vom Kreml unterstützte tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow.

Ihr Anführer Alexander Saldostanow fuhr bei offiziellen Paraden auch schon an der Seite des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der seinerseits den Patriotismus der Rocker rühmt. Demonstrativ bekundeten die martialischen Biker in der Vergangenheit zum Beispiel ihre Unterstützung für die Annexion der Halbinsel Krim durch Russland. Das Club-Motto lautet: "Wo wir sind, ist Russland."

(felt/AFP)
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