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Budapest
Flüchtlinge: Österreich und Ungarn wollen Annäherung

Budapest. Österreich und Ungarn wollen ihr zuletzt schwieriges Verhältnis neu regeln und den Streit über die Flüchtlingspolitik beilegen. "Wir sind auf einem sehr guten Weg, ein neues Kapitel zu einer offenen und transparenten Zusammenarbeit zu beginnen", sagte Österreichs Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) gestern in Budapest. "Wir wollen unsere Beziehungen auf eine möglichst pragmatische Grundlage stellen", pflichtete ihm Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán bei.

Das Verhältnis zwischen den beiden EU-Ländern war zuletzt wegen unterschiedlicher Auffassungen zur Flüchtlingsfrage schwer belastet. Orbán praktiziert eine Politik der Abschottung mit Grenzzäunen und unmittelbarer Rückschiebung von Asylsuchenden nach Serbien. Österreich hatte ihn dafür in der Vergangenheit heftig kritisiert.

Unter anderem beschlossen die Regierungschefs, dass Österreich 20 Polizisten nach Ungarn schickt, die bei der Grenzsicherung zu Serbien helfen sollen. Zudem sollen zivile Organisationen in die Versorgung jener Flüchtlinge eingebunden werden, die derzeit an der ungarisch-serbischen Grenze festsitzen. Rund 1000 Asylsuchende halten sich im serbischen Grenzgebiet zu Ungarn auf, weil das Land täglich nur 30 von ihnen auf sein Gebiet lässt.

Keinen Durchbruch erzielte Kern in der Frage zu 5000 sogenannten Dublin-Flüchtlingen, die Österreich nach Ungarn zurückschicken will, weil sie von dort gekommen sind.

(dpa)
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