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Tischtennis-WM
Der jüngste Teilnehmer verliert an seinem neunten Geburtstag

Fotos: Neunjähriger scheitert in der Quali
Fotos: Neunjähriger scheitert in der Quali FOTO: dpa, ve fpt
Düsseldorf. Für den jüngsten Teilnehmer der Tischtennis-WM ist das Turnier schon wieder vorbei. Iljas Allanazarow scheiterte an seinem neunten Geburtstag in der Doppel-Qualifikation. Im Einzel zittert das Feld vor einem 13-Jährigen.

Iljas Allanazarow aus Turkmenistan ist ein genauso talentierter wie auch privilegierter Junge. Denn sein Vater Agamurat Allanazarow ist Präsident des Tischtennis-Verbandes in dem zentralasiatischen Land. Auch das mag ein Grund dafür sein, dass der kleine Iljas schon im Kindesalter zum zweiten Mal für eine Weltmeisterschaft nominiert wurde. Bereits bei der Mannschafts-WM 2016 in Kuala Lumpur war er dabei.

Während bei Olympischen Spielen seit 1997 eine Altersbeschränkung gilt, die es nur Sportlern ab 16 Jahren erlaubt, teilzunehmen, liegt das bei Weltmeisterschaften im Ermessen der einzelnen Sportverbände.

Iljas Allanazarow stand schon im Alter von drei Jahren an der Platte. "Wir sind eine Tischtennis-Familie", sagte sein Vater. Der ältere Bruder ist ebenfalls aktiv. 

In Düsseldorf war sein erstes Match aber auch gleichzeitig schon sein letztes: Denn Iljas Allanazarow und sein Doppelpartner Didar Schaimanow schieden am Montagabend in der Qualifikationsrunde glatt mit 0:3 Sätzen gegen Richard Gonzales und Jann Mari Nayre von den Philippinen aus. "Das macht nichts", sagte sein Vater Agamurat. "Überhaupt bei so einer Weltmeisterschaft dabei zu sein, ist für ihn das größte Geburtstagsgeschenk. Wir sind hierher gekommen, um zu lernen, uns vieles abzugucken und dadurch besser zu werden."

Keiner will gegen 13-jähriges Wunderkind spielen

Auch, aber nicht nur zum Lernen ist dagegen Tomokazu Harimoto nach Düsseldorf gekommen. Der 13-jährige Japaner geht im Einzel an den Start und treibt der Konkurrenz durchaus Sorgenfalten auf die Stirn. "Bei der WM will niemand gegen ihn spielen. Denn gegen einen 13-Jährigen zu verlieren ist schon hart", sagte Bundestrainer Jörg Roßkopf dem "Express" über das Ausnahmetalent. Harimoto selbst gibt sich bescheiden. "Ich sehe mich selbst als den schwächsten Spieler im Feld", sagte der 13-Jährige der "Japan Times" vor dem Turnierstart. "Ich will alles geben und hoffe, dass ich meine beste Leistung bringen kann."

Schon 2015 hatte Harimoto die Tischtennis-Welt aufhorchen lassen, als er zwei Top-100-Spieler besiegte. Im vergangenen Jahr gewann er dann als Zwölfjähriger sensationell die U21-WM, selbstredend als jüngster Spieler der Geschichte. "Ich habe schon mit zwei Jahren mit Tischtennis angefangen wegen meiner Eltern, die auch Tischtennisspieler waren", sagte Harimoto vor zwei Jahren bei den Polish Open. "Als kleiner Junge habe ich auf einem Stuhl gesessen und versucht, Tischtennis zu spielen. Heute trainiere ich jeden Tag neun Stunden."

Das deutsche Lager bestätigt den Trainingsfleiß des Youngsters. "Er ist unheimlich engagiert, arbeitet sehr hart und wird eigentlich nirgendwo anders als in der Trainingshalle gesehen", sagte Roßkopf. Und Deutschlands Tischtennis-Star Dimitrij Ovtcharov, der den Japaner zuletzt im Finale der India Open bezwang, ergänzte: "Es ist beeindruckend, wie er schon spielt."

Die älteste Spielerin dieser WM könnte übrigens schon die Großmutter von Allanazarow und Harimoto, der ab Mittwoch im Einzel ins Turniergeschehen eingreift, sein. Sie heißt Ni Xialian, ist 53 Jahre alt, frühere Europameisterin und spielt für Luxemburg.

(areh/dpa)
 
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