1. Bundesliga 17/18
| 09.30 Uhr

Schlusslicht spielt gegen Hoffenheim
Köln muss den Rückenwind aus Europa mit in die Liga nehmen

Fotos: Kölner Spieler feiern Tor demonstrativ mit Stöger
Fotos: Kölner Spieler feiern Tor demonstrativ mit Stöger FOTO: dpa, ahi kde
Köln. In DFB-Pokal und Europa League präsentierte sich der 1. FC Köln zuletzt in alter Stärke - am Sonntag gegen Hoffenheim muss das Schlusslicht aber endlich den ersten Sieg in der Bundesliga holen.

Drei Spiele, zwei Siege, neun Tore - die jüngste Bilanz des 1. FC Köln klingt eigentlich gar nicht nach Abstiegskampf. Doch sie hat einen ziemlich dicken Schönheitsfehler. "Wir haben im Pokal gewonnen, im Europacup gewonnen. Ein Sieg in der Bundesliga wäre jetzt mal nett", sagt Peter Stöger, Trainer des abgeschlagenen Schlusslichts: "Wir könnten gerade alles schönreden. Aber wir haben sehr, sehr viel zu tun."

Denn auch vor dem wichtigen Heimspiel am Sonntag (15.30 Uhr/Live-Ticker) gegen 1899 Hoffenheim ist die Lage der Kölner in der Liga mit zwei Punkten trostlos, vor dem 11. Spieltag lässt der erste Sieg weiter auf sich warten. Das teilweise rauschhafte Offensivspiel beim 5:2 in der Europa League gegen BATE Borissow, das 3:1 im DFB-Pokal bei Hertha BSC - es waren eben doch nur kurze Ausflüge in eine bessere Welt.

Bloß einen ganz großen Vorteil hatte der Erfolg am Donnerstag gegen den weißrussischen Serienmeister, so Stöger: Die Stimmung beim Team und den Fans und vor allem das Selbstvertrauen seiner Spieler wird gegen Hoffenheim nun ein anderes sein, "und in unserer Situation ist die Psyche der wichtigste Faktor."

Welche Rolle der Kopf spielt, war in dieser Saison vor allem bei der Kölner Offensivabteilung zu beobachten. Wochenlang wirkte der FC geradezu hilflos vor dem gegnerischen Tor, der Abgang des Alleinunterhalters Anthony Modeste hatte die übrigen Stürmer offenbar ratlos zurückgelassen: Wie ging das noch mal mit dem Toreschießen?

Stürmer treffen wieder

Doch in den vergangenen zehn Tagen scheinen sich Stögers Offensivspieler freigeschwommen zu haben. Drei Tore in Berlin, fünf Treffer gegen Borissow und auch bei der 1:2 Niederlage zwischendurch in Leverkusen war Köln in Führung gegangen. Zudem durfte Stöger sich bei neun Toren über sechs verschiedene Torschützen freuen, gerade die Stürmer Simon Zoller, Sehrou Guirassy und Yuya Osako überzeugten dabei mit jeweils zwei Treffern.

Diese wiederentdeckte Torgefahr ist es, die den Kölnern für die kommenden Wochen Hoffnung macht. Bei der Verteidigung des eigenen Tores unterliefen Stögers Team allerdings auch in den vergangenen Spielen, gerade gegen Borissow, teilweise haarsträubende Fehler.

"Wir haben ein paar Dinge halbherzig gemacht, es waren gar nicht so viele, aber die werden eben alle bestraft", sagte Stöger: "Und es ist uns in dieser Saison sehr selten gelungen, diese Fehler wieder zu reparieren." Nur wenn der FC in den kommenden Wochen wieder mit der Selbstverständlichkeit der vergangenen Jahre verteidigt, erscheint die benötigte Aufholjagd realistisch.

Hoffenheim, das stellte Stöger klar, dürfte nun ein deutlich härterer Gegner sein als Borissow. Dennoch kommt 1899 am Sonntag nicht ohne Sorgen nach Köln. Nur eines ihrer letzten acht Pflichtspiele gewann die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann, und nun fällt wohl auch noch Abwehrchef Kevin Vogt verletzt aus. Nicht nur deshalb sieht Stöger bei der offensivstarken Mannschaft, die am Donnerstag ebenfalls in der Europa League im Einsatz war (1:1 bei Basaksehir Istanbul) "Probleme in der Rückwärtsbewegung". Diese gelte es aufzudecken.

(sid)
 
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