1. Bundesliga 16/17
| 11.51 Uhr

BVB-Trainer
Tuchel bekommt nach harscher Kritik Gegenwind

Borussia Dortmund: Thomas Tuchel kriegt nach Kritik Gegenwind
Hat Thomas Tuchel durch seine harsche Kritik ein Eigentor geschossen? FOTO: dpa, ahe fpt bsc hpl
Dortmund. Nach seiner ungewöhnlich harten Schelte auf der Pressekonferenz nach der Niederlage in Frankfurt richtet sich die Kritik plötzlich gegen BVB-Trainer Thomas Tuchel.

Und plötzlich dreht sich der Wind: Nach seiner überraschend deutlichen Generalschelte über die Leistung und das Ergebnis bei Eintracht Frankfurt (1:2) rückt Trainer Thomas Tuchel bei Borussia Dortmund plötzlich selbst in die Kritik. Die Bosse verteidigen ihn nicht, die Spieler murren offenbar hinter vorgehaltener Hand, Medien und Fans dafür umso deutlicher.

Vor allem die mangelnde Selbstkritik, die Tatsache, die Schwäche in Frankfurt allein den Spielern anzukreiden und nicht seine durchaus fragwürdige Aufstellung und Ausrichtung einzubeziehen, rückt den BVB-Coach ins Zentrum der Analyse.

Nahezu alle Beobachter rund um den BVB sind sich einig: Tuchels emotionaler Ausbruch deutet auf ein Zerwürfnis zwischen ihm und zumindest Teilen der Mannschaft hin. Die Tatsache, wie konkret manche Medien dies beschreiben, legt den Schluss nahe, dass einige Profis dort anonym geklagt haben. Tuchel hat zwar keinen von ihnen persönlich kritisiert, die Generalschelte kam aber augenscheinlich nicht gut an.

Watzke und Zorc schweigen

Und falls Tuchel hoffte, die Zustimmung der Bosse zu bekommen - wie Anfang Oktober, als sie ihm nach dem 0:2 bei Bayer Leverkusen und seiner Klage über die unfaire Spielweise mancher Gegner zur Seite sprangen - dann hoffte er (bis dato) umsonst. Sowohl Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, als auch Sportdirektor Michael Zorc wollten bis Dienstag keine Stellung zu dem Thema nehmen. 

Auch Kapitän Marcel Schmelzer wich auf die Frage nach einem Kommentar lieber aus - indem er noch zu Wochenbeginn behauptete, die Aussagen des Trainers gar nicht gesehen zu haben. Umso deutlicher wurden die Medien. Die "Bild" bezeichnete Tuchels Kritik als "Eigentor", die "Ruhr Nachrichten" stellten fest: "Tuchel fehlt die Selbstkritik."

Dem Fußballlehrer, auf den laut Watzke Real Madrid "ein Auge geworfen hat", werden die zahlreichen personellen und taktischen Wechsel vorgeworfen. Sein Stammsystem hat Tuchel nach dem Umbruch im Sommer noch nicht gefunden, in Frankfurt führte sein Unmut über das Gesehene zum ersten Dreifach-Wechsel in der Dortmunder Bundesliga-Geschichte. Die "Süddeutsche Zeitung" unterstellte dem 43-Jährige derweil sogar, das Leistungsprinzip zumindest in Teilen auszusetzen. "Für manche Spieler - etwa den spanischen Defensiv-Mann Mikel Merino oder für die Helden der Klopp-Ära, Kagawa und Sahin - scheint das Prinzip aufgekündigt worden zu sein, sich durch besondere Leistungen für den engeren Kreis empfehlen zu können", schrieb die SZ.

Wieder Ärger um Aubameyang?

Derweil droht Dortmunds Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang neuer Ärger. Nach Informationen der "Bild" soll der Führende der Bundesliga-Torschützenliste nach der Niederlage in Frankfurt in einer Disco gefeiert haben. "Ich kenne den Fall nicht, aber wir werden mit Auba darüber sprechen", sagte Zorc. Aubameyang (27) war von Tuchel nach einem unerlaubten Mailand-Trip Anfang November für das Champions-League-Spiel gegen Sporting Lissabon (1:0) suspendiert worden.

(sid)
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