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Gerüchte um Einbürgerung des Brasilianers
Löw: "Rafinha ist kein Thema"

Fotos: Joachim Löw – Freiburger, DFB-Pokalsieger, Weltmeister
Fotos: Joachim Löw – Freiburger, DFB-Pokalsieger, Weltmeister FOTO: dpa, ss
Frankfurt/Main. Bundestrainer Joachim Löw hat Gerüchte um eine mögliche Einbürgerung des Brasilianers Rafinha dementiert. Dass der Abwehrspieler des FC Bayern München in der deutschen Nationalmannschaft aufläuft, sei kein Thema.

"Das war und ist für uns kein Thema", sagte Löw der "Süddeutschen Zeitung" und dem "kicker": "Wir haben auch in der Vergangenheit Einbürgerungsanträge von Spielern nicht über die Nationalmannschaft forciert."

Löw sieht den Hype um die Vielzahl deutscher Supertalente als übertrieben an. "Grundsätzlich ist es so, dass wir eine Reihe von jungen, sehr talentierten Spielern haben – aber es sind nicht so viele, wie alle denken", sagte er im SZ-Interview: "Da muss man auch mal mahnend den Finger heben. Viele glauben, in Deutschland gäbe es Talente wie Sand am Meer. Das stimmt nicht. Wir reden hier vom Maßstab Weltklasse, nicht von einem guten Bundesligaspieler."

Löw hat Ginczek auf dem Zettel

Als künftige Kandidaten nannte Löw den Stuttgarter Stürmer Daniel Ginczek, der schon "seit einiger Zeit unter unserer Beobachtung steht" und der "vielleicht mal ein Thema" werde. Zudem nannte er die Mittelfeld-Talente Julian Brandt (Bayer Leverkusen) und Leon Goretzka (Schalke 04): "Das sind Spieler, bei denen ich erwarte, dass sie im nächsten Jahr oder in den nächsten beiden Jahren einen richtigen Sprung machen."

Das erwarte er auch von Julian Draxler, dem er im Nebensatz sogar fast das Prädikat des echten Weltmeisters absprach. "Wir haben zweierlei Gruppen im Kader: Die Spieler, die noch jung, aber schon Weltmeister sind", äußerte der 55-Jährige und nannte dann Toni Kroos, Mats Hummels, Thomas Müller, Jerome Boateng und Mesut Özil: "Und die andere Gruppe: Dazu gehören Reus, der die WM verpasst hat, und auch Draxler, obwohl er in Brasilien dabei war." Bei der WM war der 21-Jährige nur beim 7:1 im Halbfinale gegen den Gastgeber für eine Viertelstunde zum Einsatz gekommen.

Draxler habe ein "Wahnsinnspotenzial, aber in den vergangenen Jahren hat er sein Potenzial aus verschiedenen Gründen zu selten abgerufen, in Schalke genauso wie in der Nationalmannschaft. Da ist meine Erwartung, dass er in diesem Jahr seine Klasse und sein Können ausspielt, und zwar konsequent."

(sid)
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