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WM-Qualifikation
Mit Popp-Power gegen isländische Leidenschaft

Deutschland schlägt Tschechien durch ein Eigentor
Deutschland schlägt Tschechien durch ein Eigentor FOTO: dpa, skh nic
Wiesbaden. In der WM-Qualifikation müssen die DFB-Frauen um Rückkehrerin Alexandra Popp gegen ihren stärksten Gruppengegner bestehen: Wie die männlichen Kollegen wollen auch Islands Fußballerinnen für Furore sorgen.

Rechtzeitig zum Härtetest ist die Powerfrau zurück: Auf Rückkehrerin Alexandra Popp ruhen vor dem WM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußballerinnen am Freitag (16.00 Uhr/ZDF) gegen Island große Hoffnungen.

Denn gegen den stärksten Gegner in der Gruppe 5 werden nicht nur Popps Qualitäten als Torjägerin gebraucht. "Alex ist für uns wichtig als Leaderin, die die Mannschaft mit ihrer Leidenschaft und Präsenz mitreißen soll", sagte Bundestrainerin Steffi Jones über die 26-Jährige, die wegen einer Knieverletzung kurz vor Turnierbeginn die EM verpasst hatte.

In den Niederlanden wurde die großgewachsene, athletische Wolfsburgerin schmerzlich vermisst. Rekordsieger Deutschland schied bekanntlich als Titelverteidiger im EM-Viertelfinale aus. Beim Neuaufbau will Popp vorangehen. "Manchmal muss man auch ein Zeichen setzen, damit es knallt - das muss ja nicht zwingend dem Gegner weh tun", sagte sie dem ZDF.

Nach zwei Auftaktsiegen (6:0 gegen Slowenien und 1:0 in Tschechien) wollen die DFB-Frauen auf dem Weg zur Endrunde 2019 in Frankreich nachlegen - mit dem 27. (!) WM-Quali-Sieg in Serie. "Wir müssen diese drei Punkte holen", forderte Popp, "das ist unser Anspruch."

Doch die Underdogs aus Island wollen den Tabellenführer stürzen. Die erstmalige WM-Qualifikation der Männer macht den "Dottirs" Mut. "Sie sind wirklich Vorbilder für uns, und wir können es ihnen vielleicht nachmachen", sagte Popps Wolfsburger Teamkollegin Sara Björk Gunnarsdottir.

Bei der EM scheiterte das Vulkaninsel-Team zwar in der Gruppenphase, eroberte dank der leidenschaftlichen Spielweise und den zahlreich mitgereisten Fans aber die Herzen der Zuschauer. "Bei uns zählen Kampfkraft, Herz und Leidenschaft. Wir geben immer alles. Ein Isländer gibt niemals auf", sagte Kapitänin Gunnarsdottir.

Jones warnte entsprechend vor einer "sehr zweikampfstarken und robusten Mannschaft". Gegen das aggressive Angriffspressing müsse ihre Auswahl "die Ruhe bewahren und Lösungen finden, um ihre erste Angriffsreihe zu überspielen, dann werden sich auch Räume auftun".

Peter ersetzt verletzte Marozsan als Spielführerin

Dabei muss der zweimalige Welt- und achtmalige Europameister, der vier Tage später in Großaspach auf den krassen Außenseiter Färöer trifft, auf diverse Stammkräfte verzichten. So fallen im Mittelfeld Kapitänin Dzsenifer Marozsan (Jochbeinbruch), Sara Däbritz (Sprunggelenksverletzung) und Kristin Demann (Schulter-OP) aus, dafür kehrt die Münchnerin Melanie Leupolz nach langer Verletzungspause zurück.

Abwehrspielerin Babett Peter wird Marozsan als Spielführerin ersetzen. "Sie hat schon zuvor sehr viel Verantwortung übernommen. Babett ist eine Führungsspielerin", sagte Jones über die Wolfsburgerin.

Ein Wiedersehen gibt es in Wiesbaden auch mit Anja Mittag. Die nach der EM aus dem Nationalteam zurückgetretene Angreiferin wird vor dem Anpfiff offiziell verabschiedet. Die 32-Jährige vom schwedischen Rekordmeister FC Rosengard kann nach 158 Länderspielen (50 Tore) auf eine komplette Titelsammlung im DFB-Trikot zurückblicken.

(sid)
 
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