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Frauen-WM in Kanada
Schweden ist der erste Endgegner

Porträt: Nadine Angerer: Weltfußballerin, Weltenbummlerin, Hutträgerin
Porträt: Nadine Angerer: Weltfußballerin, Weltenbummlerin, Hutträgerin FOTO: afp, CHRISTOF KOEPSEL
Düsseldorf/Ottawa. Die deutschen Fußballerinnen treffen im Achtelfinale der Weltmeisterschaft in Kanada heute auf die Skandinavierinnen. Von Sebastian Fuhrmann

Duelle gegen Schweden sind für die deutschen Fußballerinnen etwas Besonderes, spätestens seit dem Spätsommer 2003. Die Deutschen stehen gegen die Skandinavierinnen im Finale um die Weltmeisterschaft in Carson, USA. Nach 90 Minuten kennt das Duell noch keinen Sieger. Es steht 1:1, in der Verlängerung steigt Nia Künzer hoch, sie köpft, sie trifft. Das Spiel ist aus. Künzer hat Deutschland mit ihrem "Golden Goal" zum ersten Mal zum Weltmeister gemacht. Ein großer Moment für die Fußballerinnen unter Trainerin Siliva Neid.

Deutschland gegen Schweden, das ist im Frauenfußball ein Klassiker. 24 Mal trafen die beiden Kontrahenten bislang aufeinander – und immer gab es einen Sieger. 17 Mal gewannen die Deutschen, sieben Mal die Schwedinnen. Diese Bilanz darf den deutschen Fußballerinnen Mut machen: Am Samstagabend (22 Uhr, ARD und Eurosport) gibt es in Ottawa die Neuauflage des ewigen Duells; im Achtefinale der Weltmeisterschaft trifft Deutschland auf die Skandinavierinnen. Für die Deutschen ist es ein unangenehmer Start in die K.o.-Runde des Turniers.

Während die DFB-Elf in der Vorrunde den Gruppensieg holte, hatten die Schwedinnen mehr Mühe mit dem Weiterkommen. Der WM-Dritte von 2011 spielte drei Mal Unentschieden und kam nur als Gruppendritter weiter. Allerdings spielten die Schwedinnen in der wohl schwersten Gruppe, mit den USA, Australien und Nigeria. Zuletzt trafen Deutschland und Schweden im EM-Halbfinale 2013 aufeinander. Damals siegte die deutsche Elf 1:0 und kegelte die Schwedinnen aus dem Turnier im eigenen Land. "Die haben sicher noch eine Rechnung mit uns offen", sagt Torhüterin Nadine Angerer.

Für die 36-Jährige könnte es das letzte Spiel im Nationaldress sein. Nach dem Turnier wird sie ihre Karriere in der DFB-Elf beenden. "Ich denke da überhaupt nicht dran", sagt die Weltfußballerin von 2013. "Wenn ich nur nicht ständig darauf angesprochen würde."

Erstes Endspiel für DFB-Frauen

Auch für Bundestrainerin Silvia Neid ist die Partie gegen Schweden eine mit Endspielcharakter. Vor dem Turnier hatte die Bundestrainerin, die die Mannschaft seit 2005 als Cheftrainerin führt, angedeutet, im Falle eines frühen Scheiterns womöglich früher abzutreten als geplant; 2016 wird Steffi Jones das Traineramt von Neid übernehmen. Der Wechsel an der Spitze des Trainerteams ist lange beschlossen, und auch sein Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt. Denn 2016 ist Olympia in Rio de Janeiro in Brasilien. Eine Teilnahme an den Olympischen Spielen wäre ein toller Abschied für die Bundestrainerin.

Um bei dem Turnier allerdings mitspielen zu dürfen, müssen die Deutschen bei der Weltmeisterschaft in Kanada unter die besten drei europäischen Mannschaften kommen – und dorthin wollen auch die Schwedinnen, erst recht, wenn sie auf dem Weg dahin eine alte Rechnung mit den Deutschen begleichen können.

Bei der Heim-WM vor vier Jahren waren die Deutschen im Viertelfinale ausgeschieden und verpassten den Sprung nach Olympia.

Quelle: RP
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