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Schon 13 Saisontore
"Super Mario" Gomez blüht bei Besiktas auf

Fotos: Gomez schießt Besiktas zum Derbysieg gegen Fenerbahce
Fotos: Gomez schießt Besiktas zum Derbysieg gegen Fenerbahce FOTO: dpa
Istanbul. Mario Gomez blüht in der Türkei auf. Am Sonntag traf er im vierten Spiel in Serie, er steht bei 13 Toren in dieser Saison. Sogar die EM-Teilnahme scheint möglich.

Der erstaunliche Wandel des Mario Gomez vom Chancentod zurück zum Super-Mario vollzieht sich fernab der großen Bühne. In der Türkei macht der Stürmer seinem Spitznamen aus alten Zeiten tatsächlich wieder alle Ehre. In der Süper Lig trifft der 30-Jährige, wie er will – mit seinem vierten Tor in Folge schoss er Besiktas Istanbul am Sonntag zur Herbstmeisterschaft. Der Traum von der EM 2016 in Frankreich scheint für den deutschen Nationalspieler zum Greifen nah. Wer hätte das gedacht?

Gomez ist zurück und findet immer mehr zu alter Stärke. "Wir spielen wunderschönen Fußball und schießen wundervolle Tore. Ich genieße es, hier zu sein, und bin Teil eines tollen Teams. Mein Ziel ist es, Meister zu werden und zur EM 2016 zu fahren", sagte er.

Beim 4:0 am 17. Spieltag gegen Konyaspor erzielte Gomez bereits sein 13. Saisontor und bereitete den dritten Treffer durch den Ex-Hamburger Gökhan Töre mustergültig vor. Mit dieser überragenden Quote steht er zusammen mit Dauerbrenner Samuel Eto'o von Antalyaspor an der Spitze der Torjägerliste. In der Europa League kommen zwei weitere Treffer hinzu.

Gomez ist in Topform. Grund zum Feiern hatte es schon einige Zeit nicht mehr gegeben. Bei seinem missglückten Intermezzo in der italienischen Serie A beim AC Florenz musste Gomez viel Kritik und Häme der Fans einstecken. "Die letzten beiden Jahre waren tatsächlich nicht schön. Ich hatte nicht mehr viel Spaß an den Spielen, weil ich keine Fitness hatte", sagte er. Oft spielte er gar nicht, weil mal wieder irgendwas kaputt war; dann verpasste er die WM - und saß weinend in der Kabine.

Porträt: Das ist Mario Gomez FOTO: afp

Nun scheint er aber bei Besiktas sein Lächeln wiedergefunden zu haben, auch wenn er erst einmal nur auf Leihbasis in Istanbul spielt. "Natürlich denke ich darüber nach, was nach Leihende passiert. Das entscheidet sich aber erst nach der Saison. Ich versuche, nicht zu viel darüber nachzudenken", sagte Gomez. Zunächst zählt für ihn nur die Meisterschaft: "Wir haben noch 17 Spiele vor uns und müssen noch stärker werden. Aber die Möglichkeit, Meister zu werden, ist groß."

Dass er wieder topfit ist, registrierte auch Bundestrainer Joachim Löw. "Er ist ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann", sagte Löw über den Angreifer und nominierte ihn kurzerhand im November erstmals seit mehr als einem Jahr wieder für die Nationalmannschaft. Auch wenn Gomez beim tragischen Spiel in Frankreich am 13. November nicht traf, die wachsende Wertschätzung in der Nationalelf gibt ihm zusätzliches Selbstbewusstsein.

Denn in der Vergangenheit hat er sich als Spielertyp oft nicht richtig wertgeschätzt gefühlt. Nach seinem inzwischen legendären Fehlschuss bei der EM 2008 gegen Österreich wurde er über Jahre verspottet; das setzte sich im September 2014 fort, als er gegen Argentinien in Düsseldorf ausgepfiffen wurde. Gomez glaubt aber trotzdem weiter an seinen Traum.

(jaso/sid)
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