| 12.57 Uhr

Bastian Schweinsteiger in Manchester
Vom Tribünengast zum Bankdrücker und Spekulations-Objekt

Schweinsteiger zurück im Kader von ManUnited
Schweinsteiger zurück im Kader von ManUnited FOTO: afp
Manchester/Köln. In einem Fußballspiel hat Bastian Schweinsteiger lange nicht auf dem Platz gestanden. Doch über seine Zukunft wird viel spekuliert.

Gespielt hat Bastian Schweinsteiger wieder nicht. Wie immer in den vergangenen drei Monaten. Immerhin wurde der Fußball-Weltmeister beim 1:1 von Manchester United gegen West Ham United zum Bankdrücker "aufgewertet" und saß diesmal nicht auf der Tribüne mit Star-Gast Julia Roberts und dem dorthin verwiesenen Coach José Mourinho. Unter Machern und Fans wurde seine Zukunft derweil endgültig zum Spekulations-Thema Nummer eins.

Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß deutete am Sonntag öffentlich ein sehr baldiges Karriereende des 32-Jährigen an, philosophierte über dessen Familienplanung mit Tennis-Star Ana Ivanovic und riet ihm, seinen Vertrag auszusitzen. Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erklärte in Bezug auf Schweinsteigers Spieler-Karriere derweil das komplette Gegenteil und mutmaßte, dass dieser keinen Funktionärs-Posten beim FC Bayern anstrebe. Und Dorival Júnior, Trainer des brasilianischen Erstligisten FC Santos, bestätigte ein Angebot des Stammvereins von Pelé und Neymar für den früheren Nationalmannschafts-Kapitän.

"Beschäftigt mit der Familienplanung"

Am meisten für Aufsehen sorgten die Aussagen von Hoeneß, die dieser bei einem Fanclub-Besuch in Wunsiedel ausgerechnet tätigte, als Schweinsteiger sich gerade darauf vorbereitete, erstmals seit 252 Tagen im Pflichtspiel-Kader von United zu stehen. "Was ich gehört habe, ist Basti auf dem Absprung aus dem Fußball", behauptete der Bayern-Präsident. Schweinsteiger werde "nicht noch in Amerika rumtingeln mit so einer Riesenkarriere", er habe "so eine sympathische und wunderhübsche Frau, dass ich mir vorstellen könnte, dass er sich mit Familienplanung beschäftigt".

Das Verhalten von United, das ihn unter José Mourinho monatelang aussortierte und teilweise nicht mal mit der Mannschaft trainieren ließ, müsse "eigentlich bestraft werden", meinte Hoeneß: "Ich würde die Leute in Manchester bis zum letzten Tag zahlen lassen und dann sagen: Arrivederci. Das wäre doch schön für diesen Verein für das, was er ihm angetan hat." Nach seinem Abschiedsspiel in München würde er an Schweinsteigers Stelle "aufhören und mit meiner Ana durch den Canal Grande schippern". Er würde "jeden Monat Golf spielen, meine Arbeit anbieten und die Ana zum Tennis begleiten".

Rummenigge erklärte dagegen, er bedauere den langjährigen Bayern-Profi. Doch der Umgang mit ihm sei "nicht so schlecht für die Bundesliga. Denn der ein oder andere, der Angebote aus England hat, wird sich überlegen, ob er nicht lieber in Deutschland bleibt. Es gibt da drüben viel Geld zu verdienen, aber es gibt auch eigenartige Entscheidungen, die sich aus Sicht des Spielers nicht seriös und fair darstellen".

"Er tickt anders" als andere Fußballer

Er sei sich sicher, dass Schweinsteiger noch weiter Fußball spiele. Und danach werde man ihm einen Posten beim FC Bayern anbieten. "Wenn Bastian Interesse hat, werden wir dieses Gespräch führen", versicherte der Bayern-Boss. Er sei jedoch "nicht überzeugt, dass er sowas anstrebt. Philipp Lahm (der Bayern-Sportdirektor werden soll, d. Red.) hat Lust auf sowas. Davon, ob Bastian Lust hat, bin ich nicht ganz überzeugt. Er tickt etwas anders als man das vielleicht von einem Fußballer erwartet."

Und Schweinsteiger selbst? Der zeigt sich unbeeindruckt. Via Twitter lobte er Manchester für eine "gute Leistung". Via Facebook gratulierte er Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg mit einem gemeinsamen Foto. Das sah dann schon sehr nach Privatmann aus.

(sid)
 
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