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Manchester City setzt auf den Rekord-Transfer
De Bruynes zweites Insel-Abenteuer wird zur Reifeprüfung

Das ist Kevin De Bruyne
Das ist Kevin De Bruyne FOTO: afp
Manchester. England, zweiter Versuch: 75-Millionen-Mann Kevin De Bruyne steht am Samstag vor seinem Debüt bei Manchester City. Sein erstes Insel-Abenteuer war kläglich gescheitert.

Kevin de Bruynes zweiter Versuch auf der Insel begann eher locker. Ein schnelles Hallo mit den neuen Kollegen von Manchester City, ein leichtes Training in seinen pinkfarbenen Schuhen, dann war für den 75-Millionen-Mann der erste Arbeitstag bei City auch schon wieder beendet. Nichts zu sehen war am Donnerstag von dem großen Druck, der auf den schmalen Schultern des Belgiers lastet.

Dabei ist De Bruynes Rückkehr in die englische Premier League durchaus ein kleines Abenteuer. 20 Monate nach seinem Last-Minute-Transfer vom FC Chelsea zum VfL Wolfsburg ist De Bruyne zurück in der schillerndsten Liga der Welt, und diesmal soll alles besser werden. "Ich nehme die Herausforderung gerne an", sagt der 24-Jährige, der schon am Samstag im Auswärtsspiel gegen Crystal Palace (16.00 Uhr MESZ) auf sein Debüt hofft.

De Bruyne geht es in England nicht zuletzt darum, all seine Kritiker zu überzeugen. Jene Fans etwa, die seine monströse Ablöse für unmoralisch halten. Aber auch Jose Mourinho, unter dem De Bruyne in Chelsea einst fast chancenlos war. Zwei Jahre stand de Bruyne bei den Blues unter Vertrag, wurde jedoch immer wieder verliehen und absolvierte am Ende ganze drei Liga-Spiele für den Klub von der Stamford Bridge.

Wenn Mourinho über jene Zeit spricht, lässt er kaum ein gutes Haar an dem Rotschopf. "Kevin hat jeden Tag an die Tür geklopft und gefleht, den Verein verlassen zu dürfen", sagt der Portugiese. Der Offensiv-Künstler sei ein "aufgeregtes Kind" gewesen", nicht bereit für den Konkurrenzkampf auf der Insel und habe zudem schlecht trainiert.

Nun will De Bruyne beweisen, dass aus dem "Kind" ein Mann geworden ist. "Ich bin nicht wegen des Geldes nach Manchester gewechselt, sondern um Titel zu gewinnen", sagt Deutschlands Fußballer des Jahres: "Und ich bin überzeugt, dass wir das auch schaffen werden."

Ob es bei City gleich für die Startelf reicht, ist allerdings offen. De Bruyne will unbedingt spielen, weichen müsste wohl Jesus Navas oder Samir Nasri. Trainer Manuel Pellegrini will allerdings nichts überstürzen. Anlass zum Rotieren hat der Chilene ohnehin nicht: Nach vier Siegen aus vier Spielen, darunter ein 3:0 gegen Meister Chelsea, ist sein Team Tabellenführer - vor Crystal Palace.

Besser als bei Chelsea dürfte es für Kevin de Bruyne aber so oder so laufen. Georges Leekens, der als belgischer Nationaltrainer dem damals 19 Jahre alten Top-Talent zum Länderspieldebüt verhalf, traut seinem Landsmann sogar den ganz großen Wurf zu. "Er kann das höchste Level erreichen. Und damit meine ich das von Messi, Ronaldo und Eden Hazard", sagt Leekens. Zumindest Jose Mourinho dürfte da wohl anderer Meinung sein.

(sid)
 
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