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Handball-Bundesliga
Titel-Showdown in Flensburg

Titel-Showdown zwischen SG Flensburg Handewitt und Rhein-Neckar Löwen
Nikolaj Jacobsen, Trainer der Rhein-Neckar Löwen. FOTO: dpa, ahe hak
Hamburg. Erster gegen Zweiter, Meister gegen Vize - Vorentscheidung, oder doch noch ein Herzschlagfinale? Handball-Deutschland fiebert dem Titel-Showdown in der Bundesliga entgegen.

"Wer das Spiel gewinnt, wird - so sieht es zurzeit aus - deutscher Meister", sagte Ex-Nationalspieler Holger Glandorf vom Herausforderer SG Flensburg Handewitt vor dem Gipfeltreffen gegen die Rhein-Neckar Löwen am Sonntag (15.00 Uhr/Sport1) dem NDR.

Während der Tabellenzweite verbal die Muskeln spielen lässt, stapelt der Titelverteidiger Rhein-Neckar Löwen aus Mannheim bewusst tief. "Flensburg hat den größeren Druck", sagte Löwen-Kreisläufer Hendrik Pekeler vor dem schweren Auswärtsspiel in der Hölle Nord und begann mit kleinen Psychospielchen: "Sie sind zu Saisonbeginn der Meisterschaftsfavorit überhaupt gewesen, waren lange Tabellenführer, haben uns diese Saison schon zweimal geschlagen und spielen zu Hause."

Doch was der Europameister verschweigt, ist der famose Lauf der Mannheimer. Die Löwen reisen mit einem Vorsprung von einem Punkt als Spitzenreiter nach Flensburg, sind mit zehn Liga-Siegen nacheinander das Team der Stunde. Weder vom bitteren Halbfinal-K.o. gegen die SG im Pokal (23:33) noch vom Achtelfinal-Aus in der Champions League gegen den THW Kiel ließ sich die Mannschaft von Trainer Nikolaj Jacobsen aus dem Konzept bringen.

Bei einem Erfolg in Flensburg könnten sich die Löwen, die die letzten drei Liga-Duelle bei der SG allesamt gewonnen haben, in den dann verbleibenden drei Spielen sogar noch eine Niederlage erlauben. Und so lebt der Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung, der zweiten Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Mehr denn je.

In Flensburg lässt man sich von den Mannheimer Psychotricks nicht beeindrucken und demonstriert Selbstvertrauen. "Wir haben alles in der eigenen Hand. Wir haben super Chancen auf die Meisterschaft, müssen die letzten Spiele nur alle gewinnen", sagte Rückraumspieler Glandorf.

Doch der Druck ist nicht von der Hand zu weisen. Mit dem ligaweit stärksten Kader wäre eine erneute Spielzeit ohne Trophäe nur schwer zu erklären. Zumal es auch um das passende Abschiedsgeschenk für Coach Ljubomir Vranjes geht, den es nach der Saison nach Ungarn zu MKB Veszprem zieht.

Bloß nicht wieder Zweiter, so lautet das Flensburger Motto. Elf Mal landete die SG in der Bundesliga seit 1996 auf Rang zwei, allein drei Mal in den letzten fünf Jahren - zum Titelgewinn reichte es bislang nur 2004. Von einem Komplex oder gar Vize-Fluch wollen die Flensburger aber nichts wissen. "Den Druck machen wir uns selbst", sagte Glandorf und sprach von einem Spiel mit "vorentscheidendem" Charakter.

Zum großen Trumpf sollen die frenetischen Fans in der heimischen Hölle Nord werden. "Ich hoffe, dass die Halle kocht und die Fans wie wir Vollgas geben", sagte Glandorf.

Davon ist auszugehen. Schon am Sonntagvormittag trifft sich der Flensburger Anhang in der Innenstadt zu einem gemeinsamen "Fan-Marsch" zur seit Wochen ausverkauften Arena. "Wir alle wollen gemeinsam eine große Welle der Euphorie durch die Stadt und aus der Region in die Halle tragen und zeigen, dass wir eine SG-Familie sind", sagte Flensburgs Geschäftsführer Dierk Schmäschke.

(sid)
 
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