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Bewerber einigen sich auf Reihenfolge
Olympia 2024 in Paris, vier Jahre später in Los Angeles

IOC: Olympia 2024 findet in Paris, Olympia 2028 in Los Angeles statt
Los Angeles' Bürgermeister Eric Garcetti, IOC-Präsident Thomas Bach und Anne Hidalgo, Bürgermeisterin von Paris nach der Bekanntgabe der Doppelvergabe. FOTO: dpa, JCB fgj
Los Angeles. Los Angeles lässt Paris den Vortritt: 2028 will die kalifornische Metropole zum dritten Mal die Olympischen Sommerspiele ausrichten. Finanzielle Anreize helfen bei der Entscheidung für 2028 mit.

Vorfreude in Los Angeles auf die Olympischen Spiele 2028: Die kalifornische Metropole habe den "allerbesten Preis" gewonnen, sagte Bürgermeister Eric Garcetti am Montag über die Vereinbarung, den Wettbewerb im Jahr 2028 auszurichten. Der Deal sei einfach zu gut gewesen, um ihn auszuschlagen, betonte das Stadtoberhaupt von Los Angeles.

Das Internationale Olympischen Komitee (IOC) hatte zuvor eine entsprechende Vereinbarung bestätigt, wonach Los Angeles als Gastgeber der Sommerspiele 2028 vorgesehen ist und damit Paris den Vortritt für die Olympischen Spiele 2024 gibt.

Trump freut sich über Entscheidung

Auch US-Präsident Donald Trump begrüßte die Entscheidung. "Zum ersten Mal seit einer Generation kehren die Olympischen Spiele in die USA zurück, und ich bin stolz darauf, LA 2028 zu unterstützen", sagte Trump in einer Erklärung, die das Weiße Haus am späten Montagabend (Ortszeit) veröffentlichte. Der Präsident hob die bisherigen Erfolge von US-Athleten bei Olympischen und Paralympischen Wettbewerben hervor. "Amerika glänzt stets bei diesen Spielen, und LA 2028 wird dabei keine Ausnahme sein."

Die Organisatoren in Los Angeles erhalten laut IOC-Mitteilung eine Zuwendung in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar (1,5 Mrd Euro). Ein Teil der Gelder werde in Programme fließen, um den Jugendsport zu fördern, sagte Garcetti. Er sprach am Montag von rund 160 Millionen Dollar, die dafür in den kommenden Jahren investiert werden sollen. Dies sei eine einmalige Chance, Kinder und Jugendliche in Los Angeles zu fördern.

Der Bürgermeister bezifferte das Budget für die Spiele mit insgesamt 5,3 Milliarden Dollar. Neben dem IOC-Zuschuss setzt er auf Sponsoren und Einkünfte aus dem Kartenverkauf, um den Betrag aufzubringen. In Los Angeles waren die Spiele schon zwei Mal zu Gast - 1932 und 1984.

Die Organisatoren begrüßten am Montag die lange Vorlaufzeit bis 2028. "Noch nie hatte ein Organisationskomitee 11 Jahre zur Vorbereitung", sagte Casey Wasserman, Vorsitzende der Arbeitsgruppe Los Angeles 2024.

Der Stadtrat von Los Angeles muss dem Deal noch zustimmen. Eine entsprechende Anhörung sei für Freitag festgesetzt worden, sagte Herb Wesson, Vorsitzender des Stadtrats. Er rechne mit einer Abstimmung und einem positiven Bescheid in der kommenden Woche.

Der Vertrag muss noch von der Vollversammlung der IOC-Mitglieder am 13. September in der peruanischen Hauptstadt Lima gebilligt werden. Ein Beschluss gilt als Formsache. Das IOC hatte am 11. Juli den Weg für diese Doppelvergabe frei gemacht. Es war ein historischer Beschluss, denn es ist erst die zweite Doppelvergabe in einem Jahrhundert: Im Juni 1921 waren die Spiele 1924 an Paris und 1928 an Amsterdam vergeben worden.

Nachdem Los Angeles nun offiziell die Kandidatur für 2028 erklärt hat, wird eine sogenannte Evaluierungskommission des IOC das Organisationskomitee in den kommenden Jahren begleiten und darauf achten, dass die vereinbarten Bedingungen und Versprechen eingehalten werden.

Paris und Los Angeles beide schon zweimal Gastgeber

Die französische Hauptstadt war mit Bewerbungen für 2008 und 2012 gescheitert. 1900 und 1924 war Paris schon zwei Mal Gastgeber. Auch in Los Angeles waren die Spiele schon zwei Mal zu Gast - 1932 und 1984. Beide Bewerbungen hatten großes Lob geerntet - vor allem wegen vergleichsweise geringer Kosten: Beide Städte wollen auf schon bestehende Wettkampfstätten zurückgreifen.

IOC-Präsident Bach hatte die Doppelvergabe vorangetrieben. Seiner Ansicht nach bringt das bisherige Vergabeverfahren zu viele Verlierer hervor. Schon eine Bewerbung ist mit hohen Kosten und politischen Risiken verbunden. Gescheiterte Bewerber mit durchaus konkurrenzfähigen Konzepten treten nicht unbedingt ein zweites Mal an.

Bach hatte Anfang Juli zu dem Grundsatzbeschluss in Lausanne gesagt, eine Doppelvergabe sei eine "goldene Gelegenheit". Das IOC müsse nun die Zeit nutzen, sein Vergabeverfahren grundsätzlich zu überarbeiten. In immer weniger Staaten - vor allem in Westeuropa - gebe es noch Bereitschaft der Menschen, Olympische Spiele zu unterstützen, beklagte Bach.

Für 2024 hatten sich ursprünglich auch Hamburg, Boston, Rom und Budapest beworben. Alle vier zogen zurück. Grund war fast immer das Misstrauen der Bürger in das Versprechen, die Ära des teuren Gigantismus bei Olympia sei vorbei. Für Boston ging Los Angeles ins Rennen.

(sid)
 
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