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Olympischen Winterspiele 2018
Ticketverkauf auf historischem Tief

Olympischen Winterspiele 2018: Ticketverkauf auf historischem Tief
Fünf Monate vor dem Start ist die Begeisterung für die Olympischen Winterspiele (9. bis 25. Februar) in Südkorea erstaunlich gering. FOTO: ap, JM
Pyeongchang/Berlin. Der Kartenverkauf für die Olympischen Winterspiele liegt in Südkorea auf einem historischen Tief. Das IOC setzt auf die zweite Verkaufsphase.

Olympia-Muffel oder Angst vor der Bedrohung aus Nordkorea: Fünf Monate vor dem Start ist die Begeisterung für die Olympischen Winterspiele (9. bis 25. Februar) in Südkorea erstaunlich gering. Gerade mal 4,8 Prozent der Tickets wurden bislang im Gastgeberland verkauft, dabei sollen dort 70 Prozent der Karten abgesetzt werden.

"Koreaner sind als Last-Minute-Käufer bekannt. Wir erwarten für die zweite Verkaufsphase eine deutliche Steigerung", sagte ein Sprecher der Spiele dem Branchendienst insidethegames in Pyeongchang und versuchte die bisherige Ernüchterung zu überspielen.

Für die Spiele stehen insgesamt 1,18 Millionen Tickets zur Verfügung. 90 Prozent davon, also 1,07 Millionen, sollen im Vorfeld der Wettkämpfe verkauft werden. In Südkorea gingen jedoch bisher nur 52.000 Karten über die Ladentheke, davon 62 Prozent in der Metropolregion Seoul.

Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) als Ausrichter der Spiele setzt in der neu entwickelten Wintersportregion auf die zweite Verkaufsphase ab dem 5. September und den olympischen Fackellauf ab November. "Es wird erwartet, dass diese beiden wichtigen Programme das Interesse für die Spiele in den Medien und in der Bevölkerung steigern werden", hieß es in einer Mitteilung.

Südkoreas Staatspräsident Moon Jae-in soll bereits einzelne Provinzen im Land aufgefordert haben, die Bemühungen zum Verkauf der Tickets zu erhöhen. Die südkoreanischen Organisatoren haben im Marketing offenbar nicht auf die richtigen Strategien gesetzt und die Werbung trotz wiederholter Versprechungen nicht verbessert.

Der schleppende Verkauf ist der bislang niedrigste zu dem Zeitpunkt in der Geschichte der Winterspiele. Die restlichen verkauften Tickets der bislang umgesetzten 22,7 Prozent sind unter anderem in Besitz des autorisierten Ticketvertreibers ATRs für den internationalen Vertrieb und damit auch noch nicht zwingend an Zuschauer verkauft.

Lee Hee Beom, Präsident des Organisationskomitees in Pyeongchang, hat bereits die Auslandsvermarktung kritisiert. Vor allem die wichtigen Märkte in Japan und China, die 63 Prozent der Auslandstickets abnehmen sollten, seien nicht in Schwung gekommen.

Allerdings kann es auch sein, dass die von Nordkorea ausgehenden politischen Spannungen durch wiederholte Raketenabschüsse die Begeisterung für die Spiele in Grenzen halten. Die Unberechenbarkeit des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong-un verunsichert potenzielle Käufer. Deshalb soll es auch zwischen Seoul und Peking Spannungen geben. Präsident Moon hat in dem Punkt bereits Gespräche mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping geführt.

Das IOC schloss am Donnerstag dennoch seine neunte und letzte Inspektionsreise in Pyeongchang mit einem positiven Fazit ab. "Wir haben große Fortschritte bei den Wettkampfstätten und bei der Infrastruktur gesehen", erklärte Gunilla Lundberg, Chefin der Koordinierungskommission. Die Schwedin räumte aber auch ein: "Wir haben von neuen Plänen gehört, mit denen die Sportfans für Olympia begeistert werden sollen."

(sid)

 
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