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Tennisstar trotzt Verletzungspech
Petkovic beeindruckt alle
Hopman Cup 2012: Bittere Tränen bei Petkovic
Hopman Cup 2012: Bittere Tränen bei Petkovic FOTO: dpa, Tony Mcdonough
Zwei Monate Pause, aber ein Nowitzki-Lob als Motivationshilfe für die anstehende Reha: Andrea Petkovic darf nach ihrer erfolgreichen Meniskus-Operation wieder ein bisschen positiver in die Zukunft schauen. Zwar verpasst die 25-Jährige aus Darmstadt wie bereits im vergangenen Jahr die Australian Open (14. bis 27. Januar), nach dem "anfänglichen Schock" geht es ihr aber mittlerweile den Umständen entsprechend gut.

"Ich bin erleichtert, dass es kein erneuter Kreuzbandriss ist", meinte Petkovic, die am Donnerstag bei Ulrich Boenisch in der Hessingpark-Clinic in Augsburg operiert worden war. Am Freitag konnte die einstige Nummer neun der Weltrangliste schon erste Rehamaßnahmen abslovieren. "Alles ist gut verlaufen", sagte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner dem SID. Es wird damit gerechnet, dass "Petko" Anfang März auf die WTA-Tour zurückkehrt.

Wie Balsam auf die geschundene Seele dürfte da ein besonderer Ritterschlag aus den USA gewirkt haben. Dirk Nowitzki zog vor Petkovic seinen Hut und glaubt fest an ein Comeback des Pechvogels der Tennisszene. "Es ist hart, aber sie ist eine Kämpferin und sie wird zurückkommen", sagte der Basketball-Superstar in der USA Today.

"Das hat mich motiviert"

Der 34-Jährige vom NBA-Klub Dallas Mavericks hatte vor einigen Monaten mit Petkovic in der Schüttler-Waske-University in Offenbach ein Schlagtraining absolviert – und war beeindruckt. "Es war großartig zu sehen, wie hart sie trainiert. Ich denke, das hat mich wirklich motiviert, weil sie echt hart an sich arbeitet", meinte Nowitzki, der nach zweimonatiger Verletzungspause wegen einer Knieblessur erst jüngst auf das Spielfeld zurückkehrt war.

Die neuerliche Verletzung hatte Petkovic am vergangenen Samstag (29. Dezember) in ihrem Auftaktspiel beim Hopman Cup in Perth/Australien erlitten. Unter Tränen hatte die konstanteste Grand-Slam-Spielerin 2011 ihr Match gegen die Australierin Ashleigh Barty beim Stand von 6:4 nach nur 45 Minuten aufgegeben müssen.

Nach einer Untersuchung bei Nationalmannschafts-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München fiel die Entscheidung, den Eingriff umgehend durchführen zu lassen. "Ich bin Herrn Müller-Wohlfahrt und Herrn Boenisch sehr, sehr dankbar dafür, dass sie extra ihren Urlaub unterbrochen haben, um mir zu helfen", ließ Petkovic mitteilen.

Absturz in der Weltrangliste

Es war die Fortsetzung einer Pechsträhne: In der vergangenen Saison war Petkovic wegen eines Ermüdungsbruchs im Iliosakralgelenk im Rücken und einer Sprunggelenkblessur insgesamt über sieben Monate ausgefallen. Die Hessin hatte deshalb auch auf die Australian Open, die French Open, Wimbledon und Olympia in London verzichten müssen. In der Weltrangliste rutschte sie von Platz neun bis auf Position 192 ab – hat sich aber mittlerweile auf Rang 125 hochgearbeitet. 54 Siegen 2011 standen ein Jahr später zwölf Erfolge gegenüber.

Petkovic hatte auf den neuerlichen Rückschlag zunächst mit Humor reagiert und ihre Vorsätze für 2013 radikal geändert. "Auf der To-Do-Liste: 1. Haare schneiden. Kurz. Sehr kurz. 2. Pink färben oder blond. 3. Rafas Hand halten, bis wir beide gesund sind", hatte sie nach der Diagnose Meniskusriss getwittert. Auch French-Open-Sieger Rafael "Rafa" Nadal plagt sich wie die Deutsche mit Knieproblemen herum. Die Bild-Zeitung verpasste ihr sogar den Namen Andrea "Pech-kovic".

Rittner hat trotzdem keine Zweifel an einem Comeback: "Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass Andy zurückkommt", sagte die 39-Jährige und hofft, dass ihr Schützling angesichts der nicht ganz so schweren Verletzung "ruhig bleibt und nicht den Kopf in den Sand steckt". 2008 hatte Petkovic wegen eines bei den Australian Open erlittenen Kreuzbandrisses fast die gesamte Saison pausieren müssen. Aber sie kam wieder.

Quelle: sid
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