| 16.32 Uhr

Freund auf Platz sechs
Peter Prevc ist der neue König der Lüfte

Fotos: Prevc holt sich erstmals den Titel
Fotos: Prevc holt sich erstmals den Titel FOTO: ap
Der Slowene Peter Prevc ist neuer Skiflug-Weltmeister. Der 23-Jährige gewann zehn Tage nach seinem Triumph bei der Vierschanzentournee vor Kenneth Gangnes (Norwegen) und Stefan Kraft (Österreich) den zweiten großen Titel seiner Karriere.

Als Peter Prevc seine tollkühne Flugshow am Kulm mit WM-Gold gekrönt hatte, klatschte auch der geschlagene Severin Freund anerkennend Beifall. "Es ist eben nicht jeden Tag Sonntag. Heute hätte schon etwas Komisches passieren müssen, um noch eine Medaille zu holen", sagte der Titelverteidiger aus Bayern nach seinem sechsten Rang bei der Skiflug-WM am Kulm.

Das Wunder geschah allerdings nicht, ganz im Gegenteil: Der Slowene Prevc eroberte mit seinem furiosen Schanzenrekord von 244,0 Metern völlig verdient die begehrte Skiflug-Krone, die Freund vor zwei Jahren gewonnen hatte. "Das ist Wahnsinn, ich war so nervös und bin jetzt einfach glücklich", sagte Prevc, der Kenneth Gangnes (Norwegen) und Stefan Kraft (Österreich) auf die Plätze verwies.

Freund fehlten am Ende umgerechnet knapp 50 m zum Podest. "Man muss ehrlich sagen, dass es hier nicht gereicht hat für eine Medaille. Vorne waren drei ausgezeichnete Sportler", sagte Bundestrainer Werner Schuster nach einem hochklassigen Wettkampf, der wegen schwieriger Windverhältnisse nach drei der geplanten vier Durchgänge abgebrochen werden musste.

Prevc stieg mit seinem Sieg endgültig zum überragenden Mann des Winters auf. Der 23-Jährige gewann nur zehn Tage nach seinem Triumph bei der Vierschanzentournee auch den zweiten Saisonhöhepunkt und damit den zweiten großen Titel seiner Karriere. Der zweite slowenische Skiflug-Weltmeister nach Robert Kranjec im Jahr 2012 erhielt ein Preisgeld von umgerechnet 26.250 Euro.

Prevc übertrumpfte mit seinem Traumflug und insgesamt 640,1 Punkten noch den Halbzeit-Führenden Gangnes (636,8), Kraft hatte schon deutlichen Rückstand (629,2). Das galt umso mehr für Freund. "Severin ist seit dem Sturz in Innsbruck nicht mehr so fit. Aber wir werden Prevc weiter das Leben schwer machen. Auch ihm wird einmal das Gas ausgehen", sagte Schuster.

Freund verbesserte sich am zweiten WM-Tag mit guten 223,5 m immerhin noch um einen Rang, verpasste die erhoffte Medaille aber klar. Seine Titelchancen hatte der Niederbayer schon am Samstag verspielt. "Ich war jetzt bei Skiflug-Weltmeisterschaften Vierter, Erster und Sechster. Das ist nicht so schlecht", sagte Freund.

Zweitbester DSV-Adler wurde Richard Freitag (Aue), der als Achter noch drei Positionen gutmachte. "Heute war es noch einmal ziemlich geil", sagte Freitag, dem mit 231,0 m eine persönliche Bestweite gelang: "Oben war es ein bisschen verwackelt, aber das war richtig gutes Skifliegen. Dafür macht man das. Wenn man am Hang entlang gleitet, ist das gigantisch."

Rang vier ging an den Norweger Johann Andre Forfang, der sich bei einem Sturz jedoch leicht verletzte. Starker Fünfter wurde "Flugsaurier" Noriaki Kasai. Der 43 Jahre alte Japaner, Skiflug-Weltmeister des Jahres 1992, sorgte mit 220,0 m noch einmal für Begeisterung bei den 25.000 Zuschauern.

Team-Olympiasieger Andreas Wellinger (Ruhpolding) landete bei ebenfalls guten 211,5 m und belegte den 14. Rang. Das Toptalent hatte zunächst mit einem Sturz in der Probe für eine Schrecksekunde gesorgt. WM-Debütant Stephan Leyhe (Willingen) und Andreas Wank (Hinterzarten) folgten auf den Plätzen 19 und 28 und durften ebenfalls zufrieden sein. "Das war riesig heute. Es macht momentan richtig Spaß, bei dem Aufwind kann man das nur genießen", sagte Leyhe.

Noch einmal angreifen wollen die DSV-Adler am Sonntag (14.15 Uhr/ZDF und Eurosport) im abschließenden Teamwettbewerb. "Normalerweise sind Slowenien und Norwegen besser, wahrscheinlich werden wir mit Österreich um den dritten Platz kämpfen", sagte Schuster, hofft aber auf eine Überraschung: "Schließlich ist nicht immer alles normal im Leben."

(sid)
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