| 14.14 Uhr

Städtereisen Osteuropa
Bratislava - die unterschätzte Stadt an der Donau

Die schönsten Ecken in Bratislava
Die schönsten Ecken in Bratislava FOTO: shutterstock.com/ Ventura
Bratislava. Im Vergleich zu Prag, Budapest oder Wien wird die Stadt Bratislava von Urlaubern oft unterschätzt. Dabei hat die slowakische Hauptstadt viel zu bieten. Wer hier loszieht, erlebt eine dynamische Stadt mit einer blauen Kirche, einem Ufo und regem Nachtleben. Von Daniel Schrader

Auf den ersten Blick wirkt Bratislava trist. Ein dichter Ring aus Plattenbauten umschließt die Stadt und erinnert sofort an ihre graue Vergangenheit. Erst im Zentrum lässt sich der wahre Charakter der slowakischen Hauptstadt erkennen: Der historische Stadtkern ist ein Sinnbild der Geschichte Bratislavas zwischen österreichischer sowie ungarischer Fremdherrschaft und eigener Identität. Während im kaiserlichen Café Mayer ein Bild von Kaiserin Sissi an der Wand hängt, thront auf dem Turm des Martinsdoms die ungarische Stephanskrone. Neben dem Martinsdom führt die Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes über die Donau, die an den slowakischen Widerstand gegen die nationalsozialistische Besetzung der Slowakei im Zweiten Weltkrieg erinnert.

Abgesehen von ihrer Historie zeichnet sich Bratislava besonders durch ein reges Nachtleben aus. An den Wochenenden pilgern viele junge Menschen in die Innenstadt, um in einer der zahlreichen Bars und Clubs einen ausgelassenen Abend zu verbringen. In den vergangenen Jahren hat sich eine eigene DJ-Szene in Bratislava etabliert, wodurch die Stadt auch über ihre Grenzen hinaus einen Ruf als Partyhochburg genießt.

Bratislava ist mit 417.000 Einwohnern die größte Stadt der Slowakei. Sie liegt im Westen des Landes am Dreiländereck mit Österreich und Ungarn. Die österreichische Hauptstadt Wien ist ungefähr 65 Kilometer entfernt, sodass sich ein Besuch beider Städte gut miteinander verbinden lässt. Im Vergleich zu westeuropäischen Metropolen sind die Preise für Unterkünfte und Restaurants in Bratislava günstig, weshalb sich ein Besuch der Stadt besonders bei niedrigem Reisebudget lohnt.

Durch ihre Mischung aus Kultur und Nightlife ist Bratislava sowohl für jüngere als auch ältere Touristen ein attraktives Urlaubsziel. Wir zeigen Ihnen, welche Sehenswürdigkeiten Sie nicht verpassen dürfen und wo die Hot Spots des Nachtlebens liegen.

Burg Bratislava

Burg Bratislava ist das Wahrzeichen der gleichnamigen Stadt. FOTO: shutterstock.com/ TTstudio

Die weiße Burg am Ufer der Donau ist das Wahrzeichen der slowakischen Hauptstadt und liegt auf einem Hügel in der Innenstadt. Über die Jahrhunderte wurde sie von ungarischen und österreichischen Herrschern bewohnt, bis sie 1811 Opfer eines Feuers wurde. Erst 1968 wurde das Gemäuer wieder aufgebaut und in den vergangenen Jahren vollständig restauriert. Vom Burggelände aus bekommen Besucher einen guten Blick über die Donau. Neben der Anlage befindet sich ein großer Park, in dem im Sommer häufig Konzerte und Theateraufführungen stattfinden.

Altstadt

Barocke Paläste und prachtvolle Plätze zeugen vom Glanz, den die Stadt in vergangenen Jahrhunderten ausströmte. Der 1452 geweihte Martinsdom im Westen der Altstadt ist die älteste und größte Kirche Bratislavas.  Auf dem Hauptplatz befindet sich das alte Rathaus der Stadt. Von dort aus führt ein Weg zum Michaelertor, dem letzten verblieben Stadttor. Weibliche Besucher sollten sich überlegen, ob sie das Tor nicht schweigend durchqueren. Denn laut Volksweisheit werden Frauen, die unter dem Tor sprechen, niemals heiraten.

Blaue Kirche

Kirchen gibt es viele auf der Welt, aber die blaue Kirche in Bratislava hat Seltenheitswert. Mit ihrer hellblauen Fassade wirkt die im Jugendstil erbaute Sankt-Elisabeth-Kirche, so der offizielle Name, wie das Werk eines Zuckerbäckers. Benannt ist sie zu Ehren der Heiligen Elisabeth von Thüringen, die in Bratislava geboren wurde. Ein Mosaik über dem Eingang stellt die Legende des Rosenwunders um Elisabeth von Thüringen dar. Der Innenraum der 1913 geweihten Kirche ist ebenfalls in Blautönen gehalten. Die Blaue Kirche befindet sich östlich der Altstadt und liegt etwas versteckt in einem Wohngebiet.

"Ufo"

85 Meter über Bratislava befindet sich ein "Ufo". Das unbekannte Flugobjekt schwebt jedoch nicht über der Stadt, sondern dient als Aussichtsplattform der Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes. Ihren Namen verdankt die Plattform ihrem Ufo-ähnlichen Aussehen. Von der Plattform aus haben Besucher einen guten Blick auf die Altstadt auf der einen Seite sowie die Wohngebiete auf der anderen Seite der Donau. Innerhalb der Plattform befindet sich ein Restaurant, in dem Reisende bei gehobener Küche oder einem Umtrunk die Stadt von oben entdecken können.

Burg Devin

Den Grundstein von Burg Devin legten die Römer im vierten Jahrhundert nach Christus. FOTO: shutterstock.com/ Luboslav Tiles

Einen weiten Blick über die Landschaft der Slowakei und Österreichs bekommt man auf Burg Devin. Im gleichnamigen Stadtteil, etwa zehn Kilometer westlich von der Innenstadt, befinden sich die Ruinen der einstigen Burg. Ihre Ursprünge legten die Römer im vierten Jahrhundert nach Christus. Im 18. Jahrhundert wurde sie auf Befehl Napoleons zerstört. Die Burgruinen liegen auf einem Felsen direkt an der Donau, die in diesem Gebiet die Grenze zwischen Österreich und der Slowakei zieht. Touristen können einen Teil des Geländes besichtigen. Ein Bus verbindet die Innenstadt mit der Burganlage.

Essen

In einer Seitengasse der Altstadt befindet sich das Restaurant Prasna Basta. Dort gibt es traditionelle slowakische Küche ab zehn Euro pro Gericht. Das Café Greentree, das sich ebenfalls in der Altstadt befindet, bietet eine große Auswahl an Eiscreme, Kuchen und Kaffee zu günstigen Preisen.

Einkaufen

In der Altstadt tummeln sich viele kleine Läden, die slowakische Handarbeiten verkaufen. Dort finden Urlauber auch bei wenig Budget einzigartige Mitbringsel und Geschenke für daheim. Reisenden, die lieber in Kaufhaus-Atmosphäre einkaufen, finden in der Eurovea-Galerie am Donau-Ufer unzählige Mode-Geschäfte.

Nachtleben

Party im Atombunker: Für die Eröffnung des Subclubs wurde ein ehemaliger Bunker unter der Burg Bratislava tanzgerecht umgebaut. Jeden Freitag und Samstag wird dort hauptsächlich elektronische Musik aufgelegt. Der Eintritt kostet zwischen drei und fünf Euro. In der Altstadt befinden sich viele Bars und Kneipen, die slowakisches Bier ausschenken. Cocktail-Liebhaber sollten das Cocoloco aufsuchen, wo es die besten Cocktails der Stadt ab fünf Euro pro Getränk gibt.

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Städtereisen: Bratislava - die unterschätzte Stadt an der Donau


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.