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Lokalsport
Borussias Fans feiern den 28. Meistertitel

Düsseldorf. 150 Anhänger des Düsseldorfer Tischtennisvereins reisen zum Finale nach Frankfurt und erleben den 3:1-Sieg gegen Saarbrücken. Von Tino Hermanns

Die Borussia-Fans mussten zu einer unchristlichen Zeit aufstehen. Selbst für Kirchgänger ist ein sonntäglicher Treffpunkt um 8 Uhr morgens kein Zuckerschlecken. Doch der Düsseldorfer Tischtennisverein hatte den Fan-Bus zum Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den 1. FC Saarbrücken TT in Frankfurt am Main halt so zeitig bestellt. Einigen der Anhänger des Deutschen Tischtennis Rekordmeisters war die ungewohnte Sonntagsstunde auch deutlich am Gesicht abzulesen, aber für seinen Lieblingsclub und die Chance, live bei Meisterschaftstriumph Nummer 28 dabei zu sein, nimmt man halt gerne ein paar Unannehmlichkeiten in Kauf. Dazu zählten auch jene schlaftrunkenen Anhänger, die von der Busfahrerin mit folgenden Worten begrüßt wurden: "Es gibt keine Pause. Ihr müsst ja noch die Tennisbälle warmspielen." Die Lacher hatte die Chauffeurin damit auf ihrer Seite.

Hellwach waren die 150 mitgereisten in den bordeauxrot-weißen Fan-Trikots gekleideten Düsseldorfer aber dann, als ihre "Lieblinge" in der Frankfurter Fraport-Arena einliefen und die ersten Bälle flogen. Stimmgewaltig lieferten sie sich viele große und einige kleine "Anfeuerungsscharmützel" mit den direkt nebenan sitzenden und nicht durch Zäune getrennten Saarbrücken Fans.

Am Tisch selber gab es dann für beide Fanlager Grund zu jubeln. Borussias Nummer eins, Timo Boll (Weltrangliste 10), ließ die Düsseldorfer Reisegruppe insgesamt 46 Mal jubeln, während FC-Akteur Bojan Tokic (48) der Saarbrücker-Fanschar nur 33 Mal die Gelegenheit gab, freudig die Stimme zu erheben. Im zweiten Einzel war es genau umgekehrt: Borussia Abwehr-Ass, Panagiotis Gionis (31), schaffte es sogar, die Borussen an den Rand der Verzweiflung zu spielen. Insgesamt vier Satzbälle vergab der Grieche, ging mit 0:3 gegen Tiago Apolonia (20) unter und ließ die euphorischen Borussia-Fans kurzzeitig verstummen.

Glücklicherweise sorgte Sharat Kamal Achanta (73) im Anschluss daran wieder für einen Stimmungsaufheller. In seiner typisch-kämpferischen Manier arbeitete sich der Inder zum Sieg über Adrien Mattenet (55) und wurde zum Zünglein an der Waage im Meisterschaftskampf. Nervenstark ließ Achanta bei sich keinen Zweifel an der eigenen Leistungsfähigkeit aufkommen und steckte es weg, dass er drei Matchbälle nicht nutzen konnte, wehrte dafür aber drei Satzbälle ab und sicherte sich den Sieg mit einem satten Vorhandschuss.

Aber noch waren die Borussen nicht Meister, immerhin waren erst zwei Zähler eingefahren. Zum endgültigen Titelgewinn benötigt man jedoch drei. So lag es an Boll, den entscheidenden Punkt im direkten Duell gegen Tiago Apolonia zu holen. Dieser reichte den Druck jedoch erstmal an den Düsseldorfer zurück, nachdem er den ersten Satz für sich entschied. Boll blieb cool, passte sein Spiel an, gewann in vier Sätzen und holte schließlich die Meisterschaft. Der Rest war nur noch Jubel. Angeführt von Boll holten sich Achanta, Gionis, Patrick Franziska, Trainer Danny Heister, Manager Andreas Preuß und Geschäftsführer Jo Pörsch den verdienten Applaus bei ihren treuen Anhängern ab. "Die Fans waren wieder einmal stark. Alle haben es super gemacht", meinte Franziska (55), der den Titelgewinn von der Reservebank aus miterlebte.

Auch der Geschäftsführer der Tischtennis-Bundesliga, Nico Stehle, war von der Stimmung angetan. "Ihr habt das Finale zu einem echten Erlebnis gemacht. Danke an die Fans", sagte Stehle und schloss dabei auch die Saarbrücker mit ein.

Quelle: RP
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