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Grevenbroich
Mit 77 Jahren auf Tour durch Russland

Grevenbroich: Mit 77 Jahren auf Tour durch Russland
Clemens Schelhaas auf seiner 650er Suzuki Enduro. Das Bild wurde in Ladakh, dem indischen Teil des Himalaya, in 4500 Metern Höhe aufgenommen. Jetzt startet der 77-Jährige auf seiner Maschine zur großen Russland-Runde. FOTO: ON
Grevenbroich. Clemens Schelhaas wird demnächst mit seinem Motorrad zu einer 15 000 Kilometer langen Reise aufbrechen. Er will von Grevenbroich nach Russland fahren. Der 77-Jährige hat sich bestens auf die anstrengende Fahrt vorbereitet. Von Wiljo Piel

Clemens Schelhaas hat sich gut auf seine nächste Tour vorbereitet. Der 77 Jahre alte Grevenbroicher fühlt sich körperlich fit, nachdem er vier Wochen lang mehrere Inseln der griechischen Kykladen erkundet hat - auf dem Sattel seines Fahrrads. "Das war kein Problem", sagt der wettergegerbte Weltenbummler. Und so sieht er dem 18. August recht lässig entgegen, an dem er sich etwas Besonderes vorgenommen hat. Schelhaas wird dann sein Motorrad zu einer etwa 15 000 Kilometer langen Fahrt anwerfen. Auf seiner 650er Suzuki Enduro will er Russland durchqueren. "Sechs bis acht Wochen habe ich dafür eingeplant", meint er.

Der Opa von fünf Enkelkindern hat die Welt auf eigene Faust erkundet. Mehrfach war er in Nepal zu Trekkingtouren, er bereiste das australische Outback, war viele Male in Pakistan und Ladakh, tourte durch Asien und Afrika und schenkte sich zum 70. Geburtstag eine Fahrrad-Reise von Grevenbroich zum Ararat, dem höchsten Berg der Türkei, auf dem Noahs Arche gestrandet sein soll. "Und jetzt reizt mich eine große Russland-Runde", sagt der Senior.

Die Reise wird ihn zunächst über Südosteuropa und die Türkei führen. "Ein Höhepunkt wird in Serbien ein Gasthaus sein, das selbstgebrannten Quittenschnaps anbietet. Es ist der beste Schnaps den ich kenne - und das will was heißen", berichtet der Grevenbroicher, der in der Nähe von Bernkastel-Kues ein eigenes kleines Weingut besitzt.

In Georgien wird er der großen Heerstraße, die in Höhen von bis zu 2382 Metern führt, bis zur russischen Grenze folgen. "Mein Ziel ist Jekatarinenburg. In der Stadt, die etwa 1000 Kilometer östlich von Moskau liegt, wurde im Jahr 1918 die Zarenfamilie von Bolschewiken ermordet", berichtet der Grevenbroicher: "Dort verläuft auch die geografische Grenze zwischen Europa und Asien - und nicht, wie es immer wieder heißt, im Ural."

Täglich will der 77-Jährige zwischen 300 und 400 Kilometer auf seiner Suzuki zurücklegen. "Das wird sich nach den jeweiligen Straßenverhältnissen richten. Ein großer Teil der Reise wird - vor allem jenseits des Urals - über Pisten führen, auf denen es halt etwas länger dauert", erklärt Clemens Schelhaas. Die Sorge, dass er unterwegs schlapp machen könnte, plagt ihn nicht - denn: "Ich habe mich in einem speziellen Motocross-Training auf diese doch sehr anstrengende Tour entsprechend vorbereitet", sagt er. Zudem hat Schelhaas soeben 530 Kilometer an einem Stück auf seiner Maschine zurückgelegt, um seinen Sohn in Regensburg zu besuchen.

Übernachten will Clemens Schelhaas in Gasthäusern oder kleineren Hotels, die am Rande seines Weges liegen. "Ich werde auch ein kleines Zelt im Gepäck haben, das dann aufgeschlagen wird, wenn sich gar nichts anbietet", erzählt er: "Ich bin da nicht anspruchsvoll." Schon jetzt freut sich der Grevenbroicher auf die vielen Begegnungen mit der russischen Bevölkerung, die er schon auf einer 1988 unternommenen Tour kennen gelernt hat. "Ich bin überall herzlich willkommen geheißen worden. Die Russen sind Menschen wie du und ich - und nicht zuletzt auch begeisterte Motorradfahrer", erzählt Schelhaas.

Seine Eindrücke von Land und Leuten wird der ehemalige Leiter der Kreisbildstelle wieder mit seiner Kamera festhalten. Denn nach der Rückkehr will Clemens Schelhaas im Rahmen vor Vorträgen über seine abenteuerliche Tour berichten. Damit auch andere, die nicht so fit sind wie er, in fremde Kulturen eintauchen können.

Quelle: NGZ
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