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Rio. DE JANEIRO (TK) So recht fassen konnte Annike Krahn die "Vergoldung" ihrer Karriere am Tag nach dem Triumph noch nicht. "Ich fühle mich nicht anders als gestern. Das ist bei mir noch gar nicht richtig angekommen", sagte die Abwehrchefin von Bayers Fußballerinnen im Interview für den Twitter-Kanal des Olympiateams. Dafür schwärmte sie in höchsten Tönen von der Atmosphäre im Deutschen Haus und der gemeinsamen Sause mit den Hockey-Frauen nach deren Bronzemedaille. "Es ging noch mal richtig ab - feucht-fröhlich", verriet sie.

Erst vor dem Finale durften die Fußballerinnen ins Olympische Dorf umziehen. Seitdem hat Krahn die besondere Atmosphäre in großen Dosen aufgesaugt und hat ihren Aufenthalt mit Absicht bis heute verlängert - auch, um noch einige Wettbewerbe live verfolgen zu können. Unter anderem drückte sie natürlich auch den Vereinskollegen Lars Bender und Julian Brandt die Daumen im Finale und nahm an der Schlussfeier teil. Schließlich hatte der Turnierplan sie und die deutsche Auswahl an der Teilnahme bei der Eröffnungsfeier gehindert. "Das konnten wir nur im Fernsehen verfolgen. Aber wir haben unsere eigene kleine Feier veranstaltet", berichtet die gebürtige Bochumerin, die seit ihrem Wechsel zu Bayer 04 wieder in ihrer Heimatstadt lebt.

Das Finale gegen Schweden strafte die Kritiker Lügen, die nach einer durchwachsenen Vorrunde mutmaßten, die Zeit der Weltmeisterin von 2007 und Europameisterin von 2009 und 2013 sei vorbei. Immer wieder richtete sie das Wort an die Teamkolleginnen, weckte sie bei Nachlässigkeiten auf, und half der deutschen Auswahl mehrfach mit starken Zweikämpfen in brenzligen Situationen - wie jener kurz vor dem Abpfiff gegen Schwedens Superstar Lotta Schelin.

Die Kollegen im Fußballmuseum des DFB in Dortmund warnte sie schon vor, dass sie Platz schaffen müssen. Dort wird Krahn den Besuchern bei ihren regelmäßigen Einsätzen als Führerin in der Ausstellung neben ihrer 2004 gewonnenen Bronze- künftig auch die Goldmedaille zeigen können.

Bei Bayer 04 dürfen sich die Teamkolleginnen auf eine erfahrene Abwehrspielerin freuen, die trotz ihrer vielen Erfolge auf dem Boden geblieben ist und Freude an der neuen Herausforderung in Leverkusen hat. Die beiden letzten Lücken in der Titelsammlung - ein Meistertitel und die Champions League - wird sie mit den Fußballerinnen wohl nicht schließen können. Dafür hilft sie bei der Entwicklung junger Spielerinnen. "Das macht richtig Spaß", betont die Abwehrchefin des Bundesligisten.

Quelle: RP
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