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Bergischer HC
Nach der Feier folgt die Prüfung

Bergischer HC: Nach der Feier folgt die Prüfung
So schön war der Sieg gegen Hannover in der Klingenhalle: BHC-Kapitän Viktor Szilágyi, Alexander Hermann, Alexander Oelze (verdeckt), Maximilian Hermann, Arnor Gunnarsson, Nils Artmann, Christian Hoße, Björgvin Gustavsson und Christopher Rudeck (von links) feierten gemeinsam vor 2713 Zuschauern. Morgen geht es nach Mannheim. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Die kleine Serie von zwei Siegen hintereinander droht für den BHC morgen beim Spitzenreiter zu Ende zu gehen. Von Georg Amend

Viel größer kann die Hürde nicht sein, die der Bergische HC morgen (20.30 Uhr) in der Handball-Bundesliga zu bewältigen hat: In Mannheim trifft das Kellerkind auf den Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen, der seine beiden jüngsten Spiele überaus klar gewann: mit 34:24 zu Hause gegen die MT Melsungen und mit 33:21 beim TVB Stuttgart. Zwar hat auch der BHC seine beiden jüngsten Partien gewonnen, dennoch kann man selbst nach dem 28:26 in Lemgo und dem 24:21 zu Hause gegen Hannover noch lange nicht von einem Duell auf Augenhöhe sprechen.

Das versucht auch niemand ernsthaft. "Wenn man die letzten beiden Spiele der Rhein-Neckar Löwen gesehen hat, merkt man, dass die schon jetzt ihr Torverhältnis ausbauen wollen", sagt BHC-Trainer Sebastian Hinze mit dem Blick zurück auf die Saison 2013/14, als der THW Kiel den Kontrahenten am letzten Spieltag in einem Wettwerf-Fernduell noch abfing und am Ende den Titel aufgrund der um zwei Treffer besseren Tordifferenz bejubeln konnte. Das soll sich natürlich nicht wiederholen und so weiß der BHC, was ihn in Mannheim morgen erwartet: "Es ist nicht damit zu rechnen, dass sie uns unterschätzen", weiß Hinze. "Zumal wir immer gute Spiele gegen sie gemacht haben. Ich bin froh, dass sie uns nicht unterschätzen und sich auf uns vorbereiten. Immerhin sind sie letztes Jahr nicht Meister geworden, weil sie Spiele wie das bei uns verloren haben. Ich gehe davon aus, dass sie uns nicht mehr unterschätzen und ihnen das nicht wieder passiert." Nach einer kurzen Pause schiebt Hinze schmunzelnd nach: "Natürlich hoffe ich es."

Real eingeschätzt stellt sich die Situation so dar: "Wir spielen beim Tabellenführer, die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass wir da etwas holen", betont der BHC-Trainer, der ergänzt: "Wir können nur Chancen haben, etwas zu holen, wenn wir alles abrufen. Wenn wir das, was wir in den letzten Wochen gezeigt haben, auf die Platte bringen und zeigen, dass wir im Abstiegskampf bestehen wollen. Wir fahren dahin, um ein gutes Spiel zu machen."

Dass das für alle Mannschaften in Mannheim nicht unbedingt einfach ist, durfte unter anderem Melsungen zuletzt erfahren. Hinzes Rezept: "Man muss gucken, sie bei um die 20 Tore zu halten, was sie mit ihren Gegnern eigentlich immer schaffen. Die sind schon auch gut in Tritt, so dass es eigentlich nur eine Chance gibt, wenn man sie um diese 20 Tore hält. Dazu braucht es ein sehr konzentriertes Angriffsspiel, ein gutes Rückzugsverhalten, wir müssen die Gegenstöße verhindern und unseren Plan in der Abwehr 60 Minuten beibehalten."

Für den BHC-Trainer ist bei der Masse an individueller Qualität des Gegners klar: "Ein oder zwei von denen werden einen guten Tag haben." Das sei aber in Ordnung, erläutert Hinze. "Die werden immer Einzelspieler haben, die immer noch Tore werfen. Dass man nicht alles verteidigen kann als Außenseiter ist klar. Wenn wir dahin fahren und sagen, wir sind genauso gut wie die, wird es nicht funktionieren. Wir müssen sagen: Das wollen wir, daraus sollen sie es lösen. Es geht darum, ihr System auszuschalten." Genauer: "Ihr System Gegenstoß, das mit den überragenden Torhütern und der Abwehr gut funktioniert. Das können wir nur ausschalten, wenn wir gute Abschlüsse nehmen, organisiert sind und direkt zweikampfbereit." Das ist die große Prüfung für den BHC in Mannheim, auch wenn die Hürde beim Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen natürlich riesig ist.

Quelle: RP
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