1. Bundesliga 16/17
| 08.13 Uhr

Sieg gegen Freiburg
Kölner sehen kurzzeitige Tabellenführung als Prüfung

Köln - Freiburg
Köln - Freiburg FOTO: afp, PST
Köln. Nach dem 3:0-Sieg gegen Mainz und der Tabellenführung für eine Nacht sind die Verantwortlichen des 1. FC Köln um Bodenhaftung bemüht.

Es war ein Satz, der so gar nicht zur Situation zu passend schien. "Vielleicht ist das ein Entwicklungsprozess, den wir hier alle durchmachen müssen", sagte Peter Stöger. Der Kölner Trainer bezog sich dabei nicht etwa auf eine schlechte Partie oder gar die Anbahnung einer sportlichen Krise. Im Gegenteil. Der 1. FC Köln hatte gerade im Freitagspiel den SC Freiburg mit 3:0 besiegt und war nach 20 Jahren mal wieder an die Tabellenspitze der Bundesliga gerückt. Für die Fans ein Grund zum Feiern, für den Coach nur eine weitere Möglichkeit zu beobachten, wie der Verein mit Euphorie umgeht.

Das Vorhaben, Bodenhaftung zu bewahren, unterstützte auch Vizepräsident Toni Schumacher: "Das erste, was ich gemacht habe, war die abfotografierte Tabelle rumzuschicken mit dem Zusatz: nur nicht abdrehen." Stöger wirkte nach dem Sieg fast ein wenig bedrückt. Der Trainer betonte zwar, dass man sich diesen Erfolg gewünscht habe und den Fans das Erlebnis gönne. Aber Stöger - das machte er unmissverständlich deutlich - freute sich einzig und allein über die drei Punkte, auf die sein Team in sicherlich kommenden schlechteren Phasen der Saison zurückgreifen könne. "Morgen um 17.30 Uhr ist der Spuk dann wieder vorbei", sagte der Österreicher. Er sollte recht behalten. Der FC Bayern und RB Leipzig rückten bereits am Samstag wieder an den Kölnern vorbei.

Mit Entwicklungsprozess meinte Stöger vor allem das naturgemäß anspruchsvolle Kölner Publikum: "Wir müssen damit leben, dass die Leute hier immer mehr und mehr und mehr erwarten. Wir müssen uns dieser Erwartungshaltung stellen. Schauen wir mal, wie wir das bewältigen. Die Frage ist, wann wir an unsere Grenzen stoßen." Gegen Freiburg stieß sein Team deshalb nicht an Grenzen, weil der FC im Stile einer Spitzenmannschaft agierte - allerdings nur, was Effektivität und Abgeklärtheit angeht. Köln machte in einer mittelmäßig geführten Partie drei Tore (Anthony Modeste/2 und Leonardo Bittencourt) in der Viertelstunde vor dem Halbzeitpfiff. Freiburg lud dazu großzügig ein. Danach zog sich der FC zurück, ließ die Gäste gewähren und sparte Kräfte für die englische Woche.

(erer/gic)
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