1. Bundesliga 15/16 Bundesliga
| 22.06 Uhr

Köln besiegt Frankfurt
Winter-Schnäppchen gibt FC ganz neue Möglichkeiten

1. FC Köln: Winter-Schnäppchen gibt FC ganz neue Möglichkeiten
Filip Mladenovic beim Torjubel mit Anthony Modeste. FOTO: dpa, mb jai
Köln. Der 3:1-Sieg des 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt zeigt auch, wie ein gelungener Wintertransfer die Möglichkeiten eines Bundesligisten deutlich vergrößern kann. Von Martin Beils

Freundlicher Applaus begleitete Filip Mladenovic, als Trainer Peter Stöger ihn nach 77 Minuten vom Feld nahm. Das vierte Bundesliga-Spiel des schmalen Serben war ein gutes gewesen. Er hatte die linke Seite im vierköpfigen Mittelfeld beackert, war stets präsent und agierte so, als sei er schon seit Jahr und Tag beim FC zu Hause. Die Flanke, die Dominique Heintz zum 2:1-Führungstreffer verwandelte, war Mladenovic' Glanzstück an diesem nass-kalten Abend. Er hatte wertvolle Beiträge zum verdienten Erfolg geleistet, der die Kölner nach drei sieglosen Partien zu Beginn der Rückrunde wieder in ruhiges Fahrwasser und die Frankfurter in Not brachte.

Doch es war nicht nur die gute persönliche Leistung des 24-Jährigen, die deutlich machte, dass dem FC mit seiner Verpflichtung ein Treffer gelungen war. Für 1,5 Millionen Euro hatte der Bundeslist Mladenovic im vergangenen Monaten vom weißrussischen Champions-League-Teilnehmer geholt. Normalerweise sind die Januar-Transfers Panikkäufe, Hochrisikogeschäfte oder Wechsel auf die Zukunft. Es gab Mutmaßungen, er könne ein Ersatz für Nationalspieler Jonas Hector sein, falls der im kommenden Sommer nach der Europameisterschaft in Richtung England oder zu einem anderen Klub wechseln könnte.

Könnte sein. Doch zunächst einmal verschafft Mladenovic Trainer Stöger die Möglichkeit, Hector ins defensive Mittelfeld zu schieben. Zum Hinrundenabschluss gegen Dortmund hat er dort schon ein Weilchen gespielt und zuletzt beim starken FC-Auftritt in Hamburg. Hectors Übersicht, sein technisches Vermögen und seine Laufstärke kommen auf der so genannten Sechserposition besonders gut zur Geltung. Den Begriff "Quarterback" hat Otto Rehhagel mal für diese Aufgabe eingeführt, als Ciriaco Sforza beim 1. FC Kaiserslautern diese Rolle interpretierte.

Hector, der zunächst im Duo mit Yannick Gerhardt, später mit dem eingewechselten Matthias Lehmann agierte, ist der neue Taktgeber des FC. Ganz wohl ist dem 25-Jährigen in der Chefrolle augenscheinlich noch nicht. Zu Beginn trug er zwar die Kapitänsbinde, als Lehmann aber für den verletzten Simon Zoller gekommen war, überantwortete Hector dem eigentlichen Spielführer wieder die Binde. Ein Schmuckstück lieferte der Nationalspieler, der derzeit der einzige Linksverteidiger in Jogi Löws Kader ist, auch. Vor dem 3:1 hebelte er im Verein mit Leonardo Bittencourt die Frankfurter Abwehr aus. Zudem hätte Hector einen Strafstoß verdient gehabt. Doch der schwache Schiedsrichter Felix Zwayer pfiff nicht.

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