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Spiele, Spiele, Spiele
Den EM-Stars droht die körperliche Überlastung

Fotos: Das ist die EM-Toschützenliste
Fotos: Das ist die EM-Toschützenliste FOTO: afp
Paris. Bloß keine Verlängerung! In der heißen Phase der Fußball-Europameisterschaft zählt für die Nationalspieler jede Minute, die sie nicht auf dem Rasen verbringen.

"Bei den hohen Belastungen innerhalb der Spiele wird die muskuläre Belastung grenzwertig, und das Verletzungsrisiko steigt", sagt Wilhelm Bloch von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Besonders für die Stars, die etliche Spiele in den Knochen haben.

Mats Hummels absolvierte für Borussia Dortmund und die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes seit September 2015 bis zum heutigen Viertelfinale gegen Italien 60 Spiele. Thomas Müller kommt auf 49 mit den Bayern und zwölf für die Nationalelf, Toni Kroos stand für Champions-League-Sieger Real Madrid 44 Mal auf dem Platz (elf Länderspiele).

"Noch ein Spiel mehr könnte das Fass zum Überlaufen bringen", sagt Theodore Theodoridis, Interimsgeneralsekretär der Uefa, der mit seinem Team die schwierige Aufgabe hat, den Spielkalender zu entwickeln. Besserung ist nicht in Sicht. Die hohe Belastung wird seit Jahren beklagt, dennoch steigt die Anzahl der Spiele stetig - vor allem in den internationalen Wettbewerben bringt mehr Fußball im Fernsehen mehr Geld. Durch die Aufstockung auf 24 Teams steht auch bei der EM ein Achtelfinale auf dem Plan. Aber während des Turniers müsse "man auch mal die Seele baumeln lassen", sagt Bundestrainer Joachim Löw. "Wenn man über ein Turnier hinweg nur Anspannung hat, dann hat man keine Chance."

Durch den Spielplan, der dem Löw-Team sechs und den Italienern fünf freie Tage garantierte, kommt auf einen der Finalisten auf dem Papier ein Wettbewerbsnachteil zu. Das mögliche deutsche Spiel gegen Frankreich oder Island findet am Donnerstag statt, das zweite Halbfinale steigt schon am Mittwoch, sodass der Sieger bis zum Finale am Sonntag einen Tag mehr Pause hat.

"Bei angemessenen Regenerationsmaßnahmen dürfte dies wenig ausmachen", sagt Bloch. "Die Spieler sind in der Lage, in zwei Tagen zu regenerieren. Schwierig kann es werden, wenn es zu Verlängerungen kommt, dann ist die muskuläre Belastung deutlich höher."

(sid)
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