1. Bundesliga 16/17
| 12.30 Uhr

Absturz statt Aufbruch
Fünf Gründe für den Schalker Fehlstart

Diese Teams starteten mit fünf Niederlagen
Diese Teams starteten mit fünf Niederlagen
Gelsenkirchen . Der FC Schalke hat sich für den Neuaufbau Geduld verordnet. Die wird gleich auf eine harte Probe gestellt. Die Königsblauen stehen nach fünf Spieltagen in der Bundesliga noch ohne Punkt da. Fünf Gründe für den miserablen Start. Von Gianni Costa

Christian Heidel ist selbst verwundert über die Ruhe im Verein. "Ich weiß, was Abstiegskampf bedeutet. Das scheint nicht bei allen der Fall zu sein", sagt der 53-Jährige nach der 1:2-Niederlage bei der TSG Hoffenheim. "So geht es nicht weiter." Aber wie soll es anders werden?

Der Trainer Markus Weinzierl ist mit viel Vorschusslorbeeren nach Gelsenkirchen gekommen. Im beschaulichen Augsburg hat er zuvor vier Jahre gewirkt und den Klub ins internationale Geschäft geführt. Weinzierl hat noch die Rückendeckung von Heidel. Selbst bei einer weiteren Niederlage in der Liga am kommenden Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach wird er nicht direkt um seinen Job bangen müssen. Weinzierl muss allerdings langsam eine Balance auf dem Platz finden. Bisher wirkt Schalke sehr groß für ihn. Zu groß? Er wird nun liefern müssen.

Fragen und Antworten zu Schalkes Fehlstart

Das Personal In der ersten Partie in Frankfurt stand nur ein neuer Spieler in der Startformation – der aus Wolfsburg gewechselte Naldo. Zwei Wochen später gegen die Bayern durften in Benjamin Stambouli, Nabil Bentaleb, Evgeni Konoplyanka und Abdul Rahman Baba gleich vier Neue von Beginn an ran. Doch besonders die Mittelfeldakteure Stambouli und Bentaleb leisten sich noch zu viele Fehler im Spielaufbau. Johannes Geis, in der vergangenen Saison noch als neuer Anführer aus Mainz verpflichtet, spielt unter Weinzierl bislang keine große Rolle. Dadurch ist Schalke allerdings eines wichtigen Elements beraubt. Geis war für alle Standardsituationen verantwortlich. Der erst 19-jährige Breel Embolo kam für die Rekordablöse von 22,5 Millionen vom FC Basel nach Deutschland. Ihm merkt man besonders an, dass er noch Zeit benötigt, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.

Die Taktik Nichts Halbes und nichts Ganzes. Bisher hat es Weinzierl noch nicht geschafft, seine Idee vom Spiel zu vermitteln. Im Umschaltspiel wird besonders deutlich, wie verletzlich die Defensive aktuell ist. Bei Ballverlust dauert das Umschalten auf die Verteidigung zu lange. Statt zu doppeln, werden zu viele Aktionen in gefährlichen 1-zu-1-Situationen angegangen. Zudem fehlt im Spielaufbau ein beruhigendes Element.

Die Einstellung Heidel hat zum wiederholten Male angeprangert, dass einige Spieler zu lax an ihre Arbeit gehen würden. "Es gibt sicher Spieler in unseren Reihen, die sich stärker einschätzen, als sie sind", sagte der 53-Jährige. "Das sind alles gute Jungs, aber wir müssen die Mentalität verändern." Damit meinte er besonders die Neulinge Bentaleb und Stambouli. Doch auch andere Stützen sind nicht in Form. Unter anderem der Niederländer Klaas-Jan Huntelaar. In der Offensive ist er noch viel zu harmlos. Immerhin präsentiert er sich so fit wie selten in den vergangenen sechs Jahren auf Schalke. Huntelaar braucht wie seine Arbeitskollegen Erfolgserlebnisse, um zurück in die Spur zu finden.

Das Umfeld Bereits vor dem Spiel in der Kurpfalz haben einige Medien im Revier schon vorsorglich erklärt, dass nicht sie dafür verantwortlich seien, wenn nach einer neuerlichen Niederlage Unruhe in den Verein getragen würde. Tatsächlich wird der Weg von Heidel und Weinzierl mit sehr viel Wohlwollen begleitet. Es gibt keinen öffentlichen Druck auf die Vereinsführung, kurzfristig etwas zu verändern. Und auch der mächtige Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies hat sich bislang tapfer an sein Versprechen gehalten, keine Kommentare zur sportlichen Lage abzugeben. Noch hält er sich daran.

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