1. Bundesliga 16/17
| 12.30 Uhr

Schalke kassiert 50 Millionen Euro
Guardiola überzeugt Sané zu Wechsel nach Manchester

Die teuersten deutschen Fußballer
Die teuersten deutschen Fußballer FOTO: dpa, gki jhe nic
Christian Heidel blutete das königsblaue Herz – doch ein Blick aufs Konto wird den Manager getröstet haben. Für rund 50 Millionen Euro wechselt Jungstar Leroy Sané nach wochenlanger Hängepartie zu Manchester City, ein Geschäft von dem am Ende alle Seiten profitieren.

Sané ist mit einer Ablöse von 50 Millionen Euro neben Mesut Özil (2013 von Real Madrid zum FC Arsenal) ab sofort teuerster deutscher Spieler und wird zum Großverdiener, Schalke darf sich über einen warmen Geldregen freuen – und Pep Guardiola bekommt für City seinen Wunschspieler.

Der frühere Bayern-Coach bezeichnete seinen Zugang als "spezielles Talent" und "spannenden Spieler, an dem unsere Fans ihre Freude haben werden". Und auch Sané freut sich auf Guardiola. Der Trainer sei "einer der Gründe gewesen, warum ich mich für City entschieden habe", sagte der 20-Jährige: "Er hat mich überzeugt, hierher zu kommen. Ich werde viel von ihm lernen und kann den nächsten Schritt in meiner Karriere machen. Ich habe Pep schon bei Barcelona und bei Bayern verfolgt. Er arbeitet hervorragend mit jungen Spielern und kann mich zu einem kompletteren Spieler machen."

Auch Heidel war am Ende mit dem Ergebnis der "schwierigen, aber fairen" Verhandlungen "sehr zufrieden". Man habe "grünes Licht für den Transfer gegeben, weil die für unsere Zustimmung notwendigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gegeben waren." Man habe "eine gewisse Zeit gebraucht, um einen Kompromiss zu finden, mit dem beide Seiten leben können", sagte Heidel bei Sky Sport News HD und räumte ein: "Uns allen blutet auch ein wenig das Herz. Mit Leroy verlieren wir ein tollen Fußballer mit gutem Charakter, dem Schalke einiges zu verdanken hat."

Für Schalke sind die Millionen für den teuersten deutschen Profi, der jemals aus der Bundesliga ins Ausland wechselt, jedoch besonders hoch einzuschätzen, weil Sané ein Eigengewächs ist. Und ein Wechsel schon in diesem Sommer ist aus Schalker Sicht auch deshalb sinnvoll, weil der viermalige Nationalspieler im kommenden für eine festgeschriebene Ablösesumme hätte wechseln dürfen, die "nur" 37 Millionen Euro betragen hätte.

In Manchester trifft Sané außer auf Guardiola auch auf Nationalmannschaftskollege Ilkay Gündogan. Der begrüßte den jungen Mitspieler bereits wenige Minuten nach dem Wechsel mit einem gemeinsamen Foto im City-Trikot und einem "herzlichen Willkommen an meinen Freund Leroy" via Twitter.

Die teuersten Transfers aller Zeiten FOTO: dpa, mau mr

Manch einer unkt jedoch, Sané sei mit dem Wechsel in die Premier League zu voreilig. Der Flügelstürmer kann erstaunliche Dinge, aber er hat in seiner überschaubaren Vita bislang nur 47 Bundesliga-Spiele (11 Tore, 7 Vorlagen) stehen. Noch vor 14 Monaten lief er für Schalke in der A-Junioren-Bundesliga auf. Bei der EM in Frankreich war er dabei, Bundestrainer Joachim Löw bescheinigte ihm eine "besondere Gabe und Raffinesse", wechselte ihn aber nur einmal ein.

Der ehemalige Mainz-Manager Heidel hat derweil Bewegung in den Schalker Kader gebracht. Stürmer Breel Embolo (FC Basel) sowie die Abwehrspieler Naldo (Innenverteidigung, VfL Wolfsburg) und Coke (Rechtsverteidiger, FC Sevilla) wurden verpflichtet, auch das Leihgeschäft mit dem früheren Augsburger Abdul Rahman Baba vom FC Chelsea für eine Saison ist seit Dienstag perfekt. Dazu soll von den Sané-Millionen noch ein starker Sechser verpflichtet werden.

(old/seeg/sid)
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