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Fortuna Düsseldorf
Auswärts beim Angstgegner

Thy schnappt sich nach Viererpack gegen Fortuna den Spielball
Thy schnappt sich nach Viererpack gegen Fortuna den Spielball FOTO: dpa, dbo hpl
Düsseldorf. Wer den FC St. Pauli beschreiben will, der benutzt gerne das Adjektiv "kultig". Der Kiezklub gilt als der "etwas andere Verein". Das Stadion am Millerntor hat besonderen Charme. Nur für Fortuna Düsseldorf nicht. Von Jan Dobrick

Wenn die Fortuna in der Vergangenheit vom Kiez zurückkehrte, war die Stimmung meist gedrückt. Am Millerntor hagelte es in schöner Regelmäßigkeit Niederlagen. St. Pauli ist Düsseldorfs Partyschreck, der Angstgegner.

In Zahlen drückt sich das so aus: In zehn Zweitligaspielen setzte es in Hamburg sieben Pleiten, das Torverhältnis liegt bei -16, nur einmal konnten die Flingerner gewinnen. Insgesamt verloren die Düsseldorfer 13 von 19 Spielen beim FC St. Pauli, zweimal gingen sie als Sieger vom Platz. Im heimischen Stadion sieht es anders aus: Für Fortuna gab es in 20 Spielen zwölf Erfolge, dreimal entführten die Nordlichter die drei Zähler.

Vor fünf Jahren schossen Andreas "Lumpi" Lambertz (2) und Maximilian Beister ein 3:1 am Kiez heraus, an das man sich im Rheinland gerne erinnert. Nur können Lambertz (in Dresden) und Beister (in Australien) nicht helfen, wenn es am Sonntag wieder nach St. Pauli geht (13.30 Uhr/Live-Ticker).

Lennart Thy schießt Fortuna am Millerntor ab

2015 gingen zwei Auswärtsfahrten der Rot-Weißen besonders spektakulär in die Hose: Die Fortuna kassierte im April und im November jeweils ein deftiges 0:4. In der Rückrunde 2014/15 schockte Kyoung-Rok Choi die Gäste innerhalb von 16 Minuten mit einem Doppelpack. Seit 2014 hat der junge Südkoreaner überhaupt nur drei Zweitliga-Treffer erzielt. Aktuell steht er bei 574 Spielminuten in acht Partien ohne Tor dar.

Noch deutlich schlimmer war das anzusehen, was Lennart Thy mit Fortunas Abwehr im vergangenen November anstellte: Der Angreifer traf gleich viermal, zweimal mit Rechts, mit Links und per Kopf. Der Spielball liegt jetzt in einer Vitrine in Bremen, denn Thy kehrte im Sommer zum SV Werder zurück. Beim Bundesligisten sitzt der Mann, der auf einen Schlag zum Torjäger wurde, teilweise sogar nur auf der Tribüne im Abseits.

Beim FC St. Pauli wird jeder Stein umgedreht

Auf St. Pauli könnte man ihn derweil ganz gut gebrauchen, den Goalgetter Thy. Die Kiezkicker stolpern als Schlusslicht im Keller der Tabelle herum: Zwölf Spiele, sechs Punkte und gerade mal acht geschossene Tore bedeuten den schlechtesten Zweitliga-Start des Klubs aller Zeiten. Zu Hause gab es einen Sieg gegen Arminia Bielefeld und zwei Unentschieden.

Nach dem 1:1 gegen Nürnberg musste Sportchef Thomas Meggle seinen Hut nehmen: wegen Differenzen bei der strategischen Ausrichtung im sportlichen Bereich. Andreas Rettig ist nun nicht nur Geschäftsführer, er ist auch Sportdirektor. Trainer Ewald Lienen und die Führungsriege des Vereins drehen jeden Stein um, doch die Erfolglosigkeit hält an.

Der Zeitpunkt, Zählbares aus der Hansestadt mitzunehmen, könnte also nicht besser sein.

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