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Ein Jahr nach Rio
Niersbach schwärmt vom WM-Triumph - und von Schweinsteiger

Porträt: Niersbach: Vom Journalisten zum Macher im Fußball
Porträt: Niersbach: Vom Journalisten zum Macher im Fußball FOTO: RPO
Wenn Wolfgang Niersbach an die magische Nacht von Rio denkt, gerät der oberste deutsche Fußball-Boss noch immer ins Schwärmen.

"Diesen Pokal hat nicht nur die Mannschaft verdient, sondern alle Menschen in Deutschland", sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Montag, dem Jahrestag des WM-Triumphes von Brasilien.

Neben den Erinnerungen an Mario Götzes Siegtreffer in der Verlängerung des Finales gegen Argentinien und der anschließenden Party mit Blick auf den berühmten Strand von Ipanema war aber vor allem der Wechsel von Bastian Schweinsteiger das große Thema bei der "Ehrenrunde des WM-Pokals" in Barsinghausen. "Mir fällt der Gedanke schwer, dass er nicht mehr bei Bayern spielt, aber er bleibt uns ja in der Nationalmannschaft erhalten", sagte Niersbach und bezeichnete den Kapitän der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw als "phantastischen Fußballer". Im WM-Finale von Rio gegen Argentinien (1:0 n.V.) war Schweinsteiger als vorbildlicher Kämpfer vorangegangen, danach stieg er offiziell zum Kapitän auf.

Der Wechsel auf die Insel zu Manchester United und seinem Förderer Louis van Gaal dürfte Schweinsteiger neuen Rückenwind auf dem Weg zur Titel-Mission in Frankreich geben. "Er will unbedingt die EM gewinnen", sagte Niersbach, der neben Weltmeister-Torhüter Ron-Robert Zieler (Hannover 96) Stargast der Veranstaltung war.

Fotos: Lahm stemmt den lang ersehnten Pokal in die Höhe FOTO: dpa, nic

Weitaus zurückhaltender gab sich Deutschlands Top-Funktionär hinsichtlich eines möglichen Aufstiegs zum Präsidenten der Europäischen Fußball-Union Uefa oder gar des Weltverbandes Fifa - schloss eine Kandidatur jedoch nicht aus. "Wir haben am kommenden Montag eine wichtige Sondersitzung, da werden ein paar Weichen gestellt", sagte Niersbach dem Nachrichtensender Sky Sport News HD: "Die Personaldiskussion stellen wir auch deshalb mal ganz hinten an."

Am 20. Juli trifft sich die Exekutive der Fifa, der Niersbach seit Mai angehört, in Zürich, um den außerordentlichen Fifa-Kongress zu terminieren. Zuletzt war Niersbach von adidas-Vorstandschef Herbert Hainer als Uefa-Präsident ins Spiel gebracht worden.

"Herr Hainer ist ein kluger Kopf und es ehrt mich deshalb, dass ein solch außergewöhnlicher Mann mir diese Rolle zutraut", sagte Niersbach: "Jetzt müssen wir aber erstmal alles abwarten."

So schloss der FC Bayern mit und ohne Ikonen ab FOTO: dpa, geb jai

Anfang Juni hatte Niersbach in einem Offenen Brief an die 6,8 Millionen DFB-Mitglieder sein Zehn-Punkte-Programm zur Fifa-Reform vorgelegt, das durchaus als Wahlprogramm eines Präsidentschafts-Kandidaten interpretiert werden konnte.

Auch beim Thema der heiß diskutierten Spielplanänderungen zeigte sich Niersbach am Montag reformbereit. "Ich sehe in der Option keinen Erdrutsch", sagte der 64-Jährige: "Es geht ja nur um fünf Spiele." Der Plan der DFL müsse "in Ruhe und mit Sorgfalt ausgearbeitet werden, mit aller Gelassenheit".

Bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) gibt es Planspiele, wonach ab der Saison 2017/18 jeweils fünf Partien am Sonntagmittag und Montagabend stattfinden könnten. Laut der DFL geht es dabei aber in erster Linie um die Entlastung der international vertretenen Klubs. Der Verband ist der Ansicht, dass diese Maßnahme nur für eine vergleichsweise geringe Steigerung bei den Einnahmen aus den Medienrechten sorgen wird.

(sid)
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