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WM 2014 in Brasilien
Fifa-Präsident Blatter glaubt nicht an deutschen Triumph
Das ist Joseph Blatter
Das ist Joseph Blatter FOTO: dapd, Alessandro Della Bella
Düsseldorf. Ein WM-Scheitern hat in der Gedankenwelt von Joseph Blatter keinen Platz. Unfertige Stadien und mögliche Massendemos in Brasilien machen dem Fifa-Chef keine Sorgen. Das Turnier wird ein Erfolg, ist sich der 78-Jährige sicher. Nur für die Teams aus Europa sieht er schwarz.

Ein Rendezvous mit DFB-Kapitän Philipp Lahm bei der Siegerehrung am 13. Juli im legendären Fußball-Tempel Maracana von Rio de Janeiro hält Joseph Blatter für äußerst unwahrscheinlich. Der Fifa-Präsident kann nicht so recht an einen deutschen WM-Triumph glauben. "Es wird sehr schwierig sein, in Südamerika, in Brasilien, diesen Sieg einzufahren", sagte Blatter in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa zu den Aussichten aller Teams aus Europa. Sogar eine Endspielteilnahme des DFB-Teams würde den Weltverbandsboss überraschen: "Es können ja nur zwei ins Finale kommen. Es wird sehr schwer sein für die Europäer, dabei zu sein."

"Das mit den Stadien wird klappen"

Im Gegensatz zu einem ersten europäischen WM-Sieg in Südamerika hegt Blatter keine Zweifel an einem Gelingen der WM am Zuckerhut – trotz massiver Verzögerungen beim Bau von immerhin vier der insgesamt zwölf WM-Stadien und möglicher Massenproteste gegen soziale Missstände wie schon beim Confederations Cup 2013. "Das mit den Stadien wird klappen. Das ist nicht meine erste Weltmeisterschaft. Am Ende werden alle Stadien bereit sein", betonte Blatter. Die Brasilianer werden in der Lage sein, "diese WM über die Bühne zu bringen", versprach der Fifa-Chef und appellierte an die Fußball-Begeisterung von 200 Millionen Brasilianern.

Dennoch lässt der Weltverband Vorsicht walten, um ein peinliches Szenario wie beim Testlauf 2013 zu verhindern, als Brasiliens Staatschefin Dilma Rousseff in der Arena von Brasilia gnadenlos ausgepfiffen wurde. "Wir werden die Eröffnungszeremonie so gestalten, dass es keine Reden gibt", verriet Blatter. Im Gegensatz zum Confed Cup will er bei der WM über die gesamte Turnierdauer in Brasilien bleiben. Damals war er kritisiert worden, weil der Eindruck entstanden war, er wäre vor den Protesten geflüchtet.

Blatter plant weitere Präsidentschaft

Längst blickt der Top-Funktionär über die WM-Zeit hinaus – denn 2015 soll für ihn im Fifa-Amt nicht Schluss sein. Das Wahlkampfprogramm für die Präsidentenwahl sieht wie allseits erwartet und schon mehrfach angedeutet als Eckpfeiler eine spürbare Umverteilung der WM-Startplätze und der Sitze im Fifa-Exekutivkomitee zu Ungunsten der bislang diesbezüglich dominanten Europäer vor – ein klarer Affront gegen den möglichen Rivalen Michel Platini und dessen Gefolgschaft.

Sein Augenmerk möchte Blatter in einer dann fünften Amtszeit auf die eigentlich fußballfernen Themen Gesundheit und Bildung legen. "Wir wollen das sozialkulturelle Engagement der Fifa vertiefen und in unsere Gesellschaft hineinbringen, mit verschiedenen Aktivitäten, insbesondere mit einem großen Gesundheitsprogramm für die Jugend, das wir mit dem Fußball in die Schulen gehen und Disziplin, Fair Play und Respekt in die Gesellschaft bringen", sagte er.

Weiter reformiert werden soll auch die Vergabe künftiger WM-Turniere. Der mittlerweile zuständige Fifa-Kongress soll bei der Ernennung des WM-Gastgebers ab 2026 auch die Menschenrechtssituation in den Kandidatenländern berücksichtigen.

Schlechte Worte über die diesbezüglich kritisierten kommenden WM-Ausrichter Russland 2018 und Katar 2022 lässt Blatter aber nicht zu. "Wir können nichts ändern, was die Weltcup-Planungen angeht. Wir haben 2014 zu spielen. Mit 2018 in Russland haben wir momentan kein Problem, und die Probleme von Katar sind bekannt."

Quelle: dpa
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