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Motorsport
DTM-Champion Wehrlein winkt die Beförderung in die Formel 1

Fotos: Wehrlein bekommt Meisterpokal überreicht
Fotos: Wehrlein bekommt Meisterpokal überreicht FOTO: dpa, ua nic
Pascal Wehrlein hat trotz seines schwächsten Wochenendes der DTM-Saison die Meisterschaft perfekt gemacht. Dem 21-Jährigen winkt die Beförderung in die Formel 1.

Jüngster DTM-Champion am Samstag, 21. Geburtstag am Sonntag - und im nächsten Jahr wohl ein Cockpit in der Formel 1. Als Pascal Wehrlein am Sonntag um 16.39 Uhr den meterhohen Meisterpokal aus Glas in die Hockenheimer Luft hievte, waren seine Plätze acht und 20 beim Saisonfinale vergessen. Bittersüß verlief der DTM-Abschluss dagegen für Audi: Trotz zweier Siege zum Abschluss verpassten die Ingolstädter sowohl den Fahrer- und den Markentitel knapp.

"Wir haben es geschafft, yeah", funkte Wehrlein nach seinem Meisterstück. Mit Donuts vor der Fankurve, Champagner und Meister-T-Shirts in der Box feierte der mit 20 Jahren und 364 Tagen jüngste Titelträger der Tourenwagenserie am Samstag noch mit angezogener Handbremse. Am Sonntag konnte er dann seinen Plan wahr machen und zusammen mit der Mercedes-Crew "die Hospitality abreißen".

Wehrleins Aufstieg im DTM-Jahr 2015 war auch der von Mercedes. "Letztes Jahr waren wir ganz weit weg von der Konkurrenz. Wir haben fünf Jahre hart auf diesen Titel hingearbeitet", sagte ein erleichterter Teamchef Ulrich Fritz, der wohl bald ohne sein bestes Pferd im (Renn-)Stall auskommen muss.

Wolff macht Wehrlein Hoffnung auf Formel-1-Cockpit

Noch vor dem letzten Lauf verkündete Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff in der ARD, dass bald "einige Gespräche" bezüglich Wehrleins Formel-1-Einstieg geführt würden. Die Chance für den bisherigen Ersatzfahrer des Weltmeister-Rennstalls Mercedes liege "bei 50 Prozent", führte der Österreicher mit einem Schmunzeln aus.

Der Titelgewinn von Wehrlein war vor allem ein Erfolg der Konstanz: Mit 15 Zieleinläufen in den Punkterängen war der jüngste Fahrer im 24-köpfigen Feld auch der mit Abstand beständigste. So sicherte sich Wehrlein trotz "nur" zwei Siegen, dafür aber mit zehn Top-Fünf-Plätzen die Meisterschaft mit 169 Punkten.

Im Schatten des neuen Meisters erlebte Audi ein symptomatisches Wochenende für die gesamte Saison. Am Samstag beendete Timo Scheider (Braubach) seine fünfjährige Durststrecke mit seinem siebten DTM-Sieg. Tags darauf holte Markenkollege Jamie Green (Großbritannien) zwar seinen vierten Saisonsieg, mit dem er sich mit 150 Punkten noch auf Rang zwei in der Meisterschaft verbesserte.

Aufgrund zahlreicher Ausfälle und "Nullrunden" in der Mitte der Saison war der Titel für Green aber ebenso wenig zu erreichen wie für seine Audi-Kollegen Mattias Ekström (Schweden/147) und Edoardo Mortara (Italien/143). "Es ist wie eine Klammer für die ganze Saison: Wir haben hier wieder das schnellste Auto, aber die Meisterschaft geht an uns vorbei", bilanzierte Audi-DTM-Leiter Dieter Gass.

Wegen der Punkteabzüge nach der Funkaffäre von Spielberg verpasste Audi zudem trotz zehn Siegen in den 18 Rennen auch den Sieg in der Markenwertung. Hier behielt BMW knapp die Nase vorn.

(sid)
 
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